Der Einstieg befindet sich auf italienischem Grenzgebiet in dem Ort Re. Dort biegt man am Ortsende links in die Straße ab, die Richtung Fluss führt. Dort erreicht man nach kurzer Zeit einen kleinen Bahnhof, der den Einstieg dieses Abschnittes der Melezza kennzeichnet. Von hier aus trägt man die Boote am einfachsten über die Bahngleise und quer über die große Wiese zum Flussufer.Die ersten 2,5km sind durch einfache Kiesbankschwälle WW 2 und einzelne Wehre geprägt. Die künstlichen Stufen sind 1m-3m hoch und nur teilweise fahrbar. Besichtigen sowie Umtragen ist möglich. Allmählich werden die Ufer steiler, die Schwierigkeiten steigen leicht an. Die Straße SS337 wechselt auf die rechte Uferseite. Dort ist zum ersten mal erhöhte Aufmerksamkeit gefragt. Ein kleiner Katarakt durch enges Grundgestein leitet die Passage ein, WW 3. Nach einer ruhigen, engen Durchfahrt folgt die sogenannte Rakete. Dies ist ein 3m hoher, sauberer Fall in einen großen Pool. Der kleine Fall kann von der rechten Uferseite besichtigt und gegebenenfalls auch umsprungen werden. Auf 400m folgt wieder einfaches, offenes Wildwasser. Nun ist eine kleine Zugbrücke in Sicht. Oberhalb stellt ein etwas steilerer Kiesbankschwall ein Kriterium dar, da dort im April 2014 ein Baum 75% der Durchfahrt versperrte; ganz rechts konnte dieser unsauber umfahren werden. Direkt danach, unter der Brücke folgt ein 10m langer, kleiner Slide WW 3+. Hier oder besser noch vor dem Slide sollte man auf der rechten Seite ausbooten und die folgenden 200m besichtigen. Nach dieser kleinen Rutsche folgt ein Katarakt mit zwei quirligen Querwalzen, worauf eine 1,5m hohe, schräge und rückläufige Stufe folgt WW 4. Diese Passage kann eingesehen, jedoch kaum abgesichert werden. Es empfiehlt sich, dass ein sicherer Paddler vorrausfährt und den letzten Drop von unten absichert. Wenige 100m danach erfordert ein 100m langer Katarakt volle Aufmerksamkeit. Er wird von einer 2m hohen Stufe eingeleitet, in der sich auf einer vermeintlichen Zunge ein unsauberer Stein befindet, der einen aus der Linie bringen kann. Dem folgt eine Querwalze, die sehr stark links an die überhängende Felswand zieht. Am besten über die Platte davor, mit der Bootsspitze nach rechts überboofen. Unmittelbar darauf bildet eine 1,5m hohe, rückläufige Stufe den Ausgang der Passage, insgesamt WW 4. Ein Besichtigen ist über die linke Flussseite möglich, umtragen wäre sehr mühsam. Es folgt auf einem Kilometer WW 2-3 in offenem Flussbett. Nun gräbt sich die Melezza in eine dunkle, unzugängliche Schlucht. Den Beginn markiert ein unübersichtlicher Katarakt , WW 3-4. Kurz darauf verlegen große Felsblöcke die Sicht, unbedingt links an der kleinen Kiesbank ausbooten ! Es folgt die schwerste Stelle des Abschnittes. Ein 2m hoher Slidedrop leitet das Geschehen ein, worauf ein 2,5m hoher Drop folgt der direkt in einen 2m engen Kanal übergeht. Diese Felsgasse ist stark verwalzt und verwirbelt, es ist keine saubere Linie ersichtlich. Hier kann es vorkommen, dass man für mehrere Meter unter Wasser abtaucht bis man wieder ausgespuckt wird. Außerdem ist eine Felsplatte, die am Ende des Kanals von der rechten Seite in die Melezza hängt stark angespült. Für eine Befahrung ist eine Sicherung mit Wurfsack unerlässlich. Über die linke Seite kann diese Passage etwas aufwendig über die großen Felsen umhoben werden, Dauer bei 4 Paddlern ist ca. 15-20min. In diesem Bereich ist ein Verlassen der Schlucht unmöglich. Nach dem Wiedereinstieg geht die Melezza sofort in den nächsten unübersichtlichen Rapid ein. Ein Besichtigen der folgenden Stufe, die sich über die komplette Flussbreite mit mehreren Durchfahrten erstreckt, ist zwar auf beiden Uferseiten möglich, ein Umtragen unmöglich. Es bieten sich zwei Möglichkeiten zur Befahrung an: Entweder man fährt eine enge Durchfahrt ganz rechts und booft einen Felsen an. Oder man wählt eine mittig bis halblinke Linie über eine Platte und springt nach rechts ( ! , nicht gerade in die Wand rein ) , WW 4. Jetzt öffnet sich die enge, dunkle Schlucht ein wenig. Die restliche Schluchstrecke bietet auf 1,5km traumhaftes Wildwasser im vierten Schwierigkeitsgrad bei dem sich Katarakte und kleine Slides und Drops abwechseln. Ein Besichtigen ist auf diesem Bereich des Flussabschnittes immer möglich. Schließlich kennzeichnet ein Wehr, das besser rechts umhoben wird, das Ende der Wildwasserstrecke. Nun paddelt man noch 400m in den Stausee bis zu der Straßenbrücke ein, die den Ausstieg markiert. Dort kann man die Kajaks am rechten Hang über einen steilen Weg hochschultern. Oben befindet sich ein Parkplatz unterhalb des Ortes Camedo/Borgnone.Ich schätze die Durchflussmenge, die wir an diesem Tag hatten auf 12-16 Kubikmeter/Sekunde. Dies ist ein moderater, für die Schlucht idealer Wasserstand, da bei höheren Wasserständen ein Besichtigen/Umtragen und Anhalten vor den Passagen immer schwerer wird. Der Zeitaufwand beträgt für eine erste Fahrt mit 4 Paddlern etwa 3-4 Stunden.Keine Gewähr auf diese Angaben. Flüsse verändern sich !