Der Reichramingbach gehört mit seinen Zuflüssen zu den landschaftlich schönsten Bächen Oberösterreichs und braucht den Vergleich mit Wildwasserklassikern nicht zu scheuen. Er hat ein Einzugsgebiet von 170 qkm. Da der Fluss den 1997 gegründeten "Nationalpark Kalkalpen" teilweise durchfließt bzw. die Kernzone berührt, weist das Wasser Trinkwasserqualität auf. Eine PKW-Begleitung ist nicht möglich und der Nationalpark muss, um die Ein- und Ausstiegstellen zu erreichen, großräumig durch das Ennstal umfahren werden. Ein sehr zeitaufwendiges Unternehmen. Dies ist auch der Grund, warum der Fluss eher selten befahren wird. Da sich die Einstiegstelle für die oberen Flussabschnitte bereits im Nationalpark befindet, müssen die Boote 1,5 km weit getragen werden. Nur bei sehr hohem Wasserstand ist der Vorfluter Sonnbergbach ab dem Parkplatz unterhalb der Mooshöhe bei Unterlaussa fahrbar. Es gehört daher viel Glück dazu, den richtigen Wasserstand zu erwischen. Vor einiger Zeit haben auch Nationalparkbedienstete Schwierigkeiten gemacht, einzelne im Nationalpark gelegene Teilabschnitte zu befahren. Erstaunlich, dass weder im Nationalparkgesetz noch auf Informationstafeln in den Eingangsbereichen zum Nationalpark auf ein Befahrungsverbot (?!) hingewiesen wird. Wer die Flussstrecke besichtigen will, der kann dies mit dem Fahrrad tun. Von der Trasse der ehemaligen Waldbahn (heute ein gut ausgebauter Radweg mit einigen unbeleuchteten Tunnels) eröffnen sich einzigartige Aussichten zum Fluss. Da die Ausstiegstelle in der Ortschaft Reichraming liegt, muss die Flussfahrt als Tagestour geplant werden. 23 fahrbare Flusskilometer erfordern ca. 5 Stunden Fahrzeit. Hinzu kommen noch 30 Minuten Sherpatätigkeit und die Fahrzeit zum Überstellen beträgt 1 Stunde. Da bei höheren Wasserständen Wildwasser IV knapp erreicht wird und ein Abbruch zumindest bis zur Einmündung des Anzenbaches nur schwer möglich ist, ist dieser Wildfluss noch nicht für Anfänger geeignet!