Fakten
| Land |
Österreich |
| Bundesland |
Burgenland |
| Kategorie |
See |
| Schwierigkeit |
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| Fahrbarkeit |
und von Januar bis Dezember |
| Mündet in |
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| Lage |
zw. 110m und 110m über NN |
| Letzte Befahrung |
vor 5 Jahren
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Der Neusiedler See (ungar. Fertoe-tó, fertoe bedeutet wortwörtlich „Sumpf“) ist wie der Plattensee einer der wenigen Steppenseen in Europa. Der See liegt sowohl auf österreichischem als auch auf ungarischem Staatsgebiet. Von der Fläche des österreichischen Teiles her gesehen ist es gleichzeitig der größte See Österreichs (Österreichs Anteil am ansonsten größeren Bodensee ist geringer). Er zeichnet sich durch seinen Schilfgürtel, seine geringe Tiefe und sein mildes und windiges Klima aus. Die einzigartige Fauna und Flora wird durch die beiden Nationalparks Neusiedler See-Seewinkel und Fertoe-Hanság und die Ernennung zum UNESCO-Welterbe mit der Bezeichnung Kulturlandschaft Fertoe/Neusiedler See hervorgehoben.*Der See liegt 114 Meter über dem Meeresspiegel, bedeckt ca. 320 km² und erreicht bei einer Breite von 6-14 Kilometern von Österreich bis Ungarn eine Länge von 36 Kilometern. Entfernte Orte können wegen der Erdkrümmung über das Wasser nicht gesehen werden. Die Höhe der Kalotte zwischen Neusiedl und Mörbisch beträgt 9,60 m. Funker benötigen also eine hohe Antenne. Die geographische Länge des Sees beträgt 17°45' und die geographischen Breite 47°50'.GrundbeschaffenheitDer Seeboden besteht aus Tonsediment. Durch Wellenbewegungen und Strömungen erfolgt ein stetes Abrasieren der Bodenoberfläche.Durch diese im Wasser schwebenden Partikel entsteht die typische Trübung des Wassers. Es entsteht nahezu kein Algenwachstum, da kein Licht bis auf den Boden kommt, ein erhöhter Salzgehalt des Wassers das Wachstum hemmt und weil das Wasser ständig durchgemischt wird.*Der Grund des Sees besteht aus Schlamm, der in Ufernähe sehr weich, am offenen See relativ hart ist. 90%-95% des Schlamms stammen vom See selbst (Tonsediment, Biomasse). In Ungarn ist das Schlammvolumen 2-3 Mal so groß wie im österreichischen Teil des Sees. Teilweise finden sich am Grund des Sees auch Schotterablagerungen. Besonders im Bereich der Parndorfer-Platte.*Die blau-grüne Färbung des Seewassers entsteht durch den Schlamm, sagt jedoch nichts über die Wasserqualität aus.*WasserqualitätDie Wasserqualität des Neusiedler Sees wird u.a. von der Biologischen Station in Illmitz überwacht. Durch Bau und Erneuerung von Kläranlagen rund um den See konnte die Wasserqualität seit Ende der 1970er Jahre deutlich verbessert werden.Der Gesamt-Phosphor Gehalt wurde im Jahresmittel von ca. 160 µg/l auf etwa 40-50 µg/l gesenkt.Ein sehr wichtiges Qualitätsmerkmal ist die sogenannte Eutrophierung. Die Eutrophierung fasst den Vorgang der zunehmenden Anreicherung eines Gewässers mit Pflanzennährstoffen und die dadurch verursachten Prozesse, die einen fortschreitenden Verfall des Gewässers bewirken, zusammen. Die Wasserqualität des Neusiedler Sees bewegt sich heute zwischen mesotroph und oligotroph und ist damit ausgezeichnet. Obwohl der See überall Badewasser-Qualität aufweist, sind die Uferzonen (z.B.: Freibäder) stärker belastet als das freie Wasser in der Seemitte.Eine Anmerkung noch zur - vor allem im Tourismus - oft strapazierten "Trinkwasser-Qualität". Kein österreichischer Badesee weist Trinkwasserqualität auf. Dazu müsste das Wasser allen Anforderungen für echtes Trinkwasser entsprechen. Das Wasser des Neusiedler Sees ist sehr sauber und - Segler und Surfer können dies bestätigen - kann auch bedenkenlos geschluckt werden. Aber es unterscheidet sich klarerweise vom Trinkwasser im Haushalt. Dieses unterliegt wesentlich strengeren Auflagen.*Weitere interessante Informationen unter
www.byc.at/neusiedler_see/.