Korsika 2013 wird bei vielen in Erinnerung bleiben, als das beste, was die Insel der Schönheit je zu bieten hatte. Ben Jung erzählt uns seine Geschichte und zeigt, dass es nicht nur geregnet hat. Die Saison auf der Mittelmeerinsel ist noch nicht zu Ende. In der kommenden Woche startet das KayakSession Meeting!
Quelle: Dominik Vogt
Boofen leicht gemacht: Wo sonst über feuchte Kellertreppen geschrupt wird, ga es in diesem Jhr genug Wasser unterm Boot.Ein Korsika-Urlaub beginnt für Mitteleuropäische Paddler meist in Livorno oder Savona. Von hier geht es im Bauch der Fähre über das Mittelmeer ins Paddelparadies. Schon auf der Anfahrt durchquert man ein Gebirge, dessen Flüsse den meisten Paddlern unbekannt sind. Einheimische Kajak-Enthusiasten aber zu Lobeshymnen tirilieren lassen. Das Apennin zieht sich nach Durchqueren der Po-Ebene bis an die Mittelmeerküste. Bei satten Wasserständen müssen sich die Flüsse hier nicht hinter denen des eigentlichen Ziels auf der Insel verstecken. Doch leider führen die Gewässer hier selten um die Osterzeit Wasser. Die Berge sind nicht so hoch, das sich der Schnee bis in den April hält und so für Wasser in den Bächen sorgt. Doch 2013 ist dies anders, ein Genua-Tief nach dem anderen quert das Mittelmeer und hängt sich vor dem Alpenbogen auf. Der Niederschlag führt in so manchem Paddlerforum zu „feuchten Ergüßen“ und brachte neben den ergiebigen Schneefällen auf Korsika auch für das Apennin genügend Wasser.
Schon auf dem Weg zur Insel wollten wir so die Argentina - ein Fluss des Apennin - in der Nähe von Savona mitnehmen. Den Tipp hatten wir von einem befreundeten italienischen Paddler erhalten, der uns beste Wasserstände für sämtliche Bäche versicherte. Am Bach angekommen und noch eine Stunde von Savona entfernt, bei etwa 2 Grad und starkem Regen, konnte sich allerdings keiner von uns so richtig aufraffen und sich in seine Kajakklamotten werfen. Was soll´s dachten wir, wir sind ohnehin für 10 Tage auf Korsika. So oder so werden wir zum Paddeln kommen.
Quelle: Dominik Vogt
Steffen Kerber geht steil!
Die Frage war nur bei was für einem Wetter. In den Wochen vor unserem Trip sickerten immer wieder Bilder von Schneestürmen und kräftigen Unwettern auf Korsika zu uns durch - sollten wir auf unserem 10 Tages-Trip nur so ein Mist-Wetter erleben? „Sicherlich ist Regen nützlich, aber auf Dauer geht’s einem einfach nur auf´en Sack“, so die einhellige Meinung in unserem Auto. Mit gemischten Erwartungen bei eisigem Wind und gefühlten -2 Grad fuhren wir weiter auf die Fähre. Die Rast auf dem Sonnendeck verschoben wir auf die Rückfahrt.
Quelle: Dominik Vogt
120 auf der Rizze - das erlebt man nicht mehr alle Tage!Bereits unser erster Bach, der Asco zeigte sich bei sportlichem Wasserstand von seiner besten Seite. Allen Anschein nach hatte es auch auf der Insel die Tage zuvor sehr stark geregnet. Sämtliche Bäche wie Calasima, Golo, Fium Orbo, Travo, Abadesco, Lizola usw. führten geniale Wasserstände und versprachen täglich Riverflair vom Feinsten. Wo man hin kam und Paddler traf, überschlugen sich regelrecht die Tipps, welcher Bach gerade ideale Verhältnisse bieten würde. Mat Karlis Tipp war sicherlich der Beste „Der durch ein Staudamm-Projekt todgeweihte Rizzanese führt Idealwasserstand - 120cm Wasser“. Wohl Überlauf aus dem gefüllten Stausee, uns egal, kaum ausgesprochen, packten wir unsere Sachen und fuhren von der Travo-Mündung, wo wir die Nacht am Meer verbracht hatten, in Richtung Rizzanese.Bereits der Blick von der Brücke auf den Pegel verursachte ein fettes Grinsen bei unsallen, zumal zwei noch nie auf dem Rizzanese gewesen waren und auch nicht damit gerechnet hatten, jemals in den Genuss eines paddelbaren Wasserstands zu kommen.2012 war sicherlich von den Wasserständen sehr unbefriedigend und für viele eine Enttäuschung. Es gibt Geschichten von Paddlern, die nach zwei Tagen auf der Suche nach Wasser auf der Insel im letzten Jahr kapitulierten und ihre Zelte packten und nach hause fuhren. Man hatte das Gefühl., dass die Insel ihr schlechtes Gewissen in diesem Jahr wieder gut machen wollte und das tat sie auch.
Galerie: Korsika 2013 - fette Wasserstände!
Wir hatten 10 unvergessliche Tage auf der Insel mit allem, was dazu gehört. Sogar ein spontanes Saufgelage mit Locals nahe des Rizzaneses in einer Sportbar. Der Ricard/Pastis und all die gewaltigen Tage werden uns sicherlich noch lange in Erinnerung bleiben.
Übrigens findet vom 15-19 April das alljährige Kayaksession Treffen wieder statt. Wer also vor Ort ist, sollte sich die Gaudi nicht entgehen lassen.
Text: Ben Jung und Sebastian Lüke
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