Following the Summer: Neuseeland

David und Sveta sind unterwegs auf denn Spuren der Sonne. Wie sie zieht auch das junge Pärchen nun wieder gegen Norden - vorher noch ein erster Bericht von der Südinsel Neuseelands.

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Quelle: David Krismayer

David und Sveta sind unterwegs auf denn Spuren der Sonne. Wie sie zieht auch das junge Pärchen nun wieder gegen Norden - vorher noch ein erster Bericht von der Südinsel Neuseelands.Wir sitzen im Flieger nach Russland und lassen unsere Eindrücke unseres dreieinhalbmonatigen Aufenthalts in Neuseeland Revue passieren. Zu unserem eigenen Erstaunen fanden wir an den westlichen, uns vertrauten Standards erst mal Gefallen. Sie erleichterten uns – im Gegensatz zu den uns fremd und chaotisch anmutenden Strukturen und Kulturen Nepals und Indonesiens – uns zurechtzufinden und zu organisieren: eine Sprache, die wir verstehen und lesen konnten, Informationen leicht zu bekommen, die Straßen frei von Müll – sogar der geregelte Verkehr ließ uns aufatmen und die Leuchtreklamen waren unsre Orientierungshilfe.

 

Wir genossen das Gefühl, uns auf „sicherem, zumindest vertrautem Territorium“ zu befinden, gaben uns eine Weile der Entspannung hin, um uns unserer langen “To do List” anzunehmen. „Wo sollen wir anfangen?“, lautete die Frage, als wir durch Christchurch fuhren. Als Erstes checkten wir uns einen Van. Wir waren erstaunt, wie einfach es war, ein Auto zu kaufen und zu registrieren. Ein Gang zur Post genügte. Wir rüsteten unseren Superflitzer noch campingtauglich auf, nach drei Tagen in Christchurch ging`s “on the Road”. Laute Musik ertönt aus den Lautsprechern, die Fenster sind weit offen und der Wind zaust durch die Haare. Die Unabhängigkeit auf vier Raedern lässt unseren Erkundungsdrang aufleben, ein angenehmes Kribbeln beginnt in der Magengrube und macht sich breit. Svetlanas sonniges, erwartungsfrohes Lächeln bestätigt mir, dass es ihr geht wie mir. Spannung liegt in der Luft: Ist Neuseeland wirklich so einzigartig, wie wir gehört, gelesen haben? Werden wir die dreieinhalb Monate ohne Autopanne überleben?

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Quelle: David Krismayer

Unser Roadtrip startete in Richtung “Milford Sound”. Auf dem Weg dorthin konnten wir unsere Kayaks im Ragitatta, Shotover, Kawarau zu Wasser lassen. In Milford Sound begrüßte uns winterliches Wetter, die Bergspitzen waren bedeckt mit Schnee, kalter Wind blies und machte das Kochen unter dem Tarp nicht angenehmer. “Ist das der neuseeländische Sommer?”. Das kalte Wetter hielt nicht lange an. Am nächsten Tag lachte hinter den Bergspitzen die Sonne, Milford Sound erstrahlte in ganzer Pracht. Wir nutzen das Wetter zum Erkunden der Fijorde. Die Berge wachsen direkt aus dem Meer, sind bis zu 1200 Meter hoch, die schneebedeckten Spitzen gleißten im Sonnenlicht. Wir ließen unsere Kajaks zu Wasser und kurvten im Meer zwischen den Bergen. Der Anblick war atemberaubend ungewohnt, wie die Berge direkt aus den Wassern ragen und enorm hohe Wasserfälle „straight away“ ins Meer stürzen. Wir paddelten eine Armlaenge von Seehunden entfernt, weshalb es uns vergönnt war, verschiedenste, uns unbekannte Fische und Vögel zu beobachten. Nach diesem Ausritt erkundeten wir die Wildwasser der Umgebung. Die Wasserstaende der Flüsse erwiesen sich jedoch als zu niedrig. Wir entschieden uns einige Wanderungen zu unternehmen. Es war ein mega Erlebnis die Schönheiten von Milfordsound von oben zu betrachten und weitere einzigartige Plätze zu erkunden. Die nächsten Abenteuer erwarteten uns in der der Bullerregion. Der Buller mit seinen Nebenflüssen bot uns für eine Woche Wildwasser vom Feinsten. Der Buller selbst überschreitet den dritten Schwierigkeitsgrad kaum, aber bei den Mauriafalls und Nebenflüssen schnellte unser Adrenalinspiegel in die Höhe.

 

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Quelle: David Krismayer

Das Highligght auf der Südinsel Neuseelands erlebten wir in der Karamearegion. Karamea liegt am nördlichen Straßenende der Westküste und zählt 500 Einwohner. Auf dem Weg nach Karamea hatten wir extremes Glueck, der Waimangaroa führte Wasser. Als einzige Information im Guidebuch über diesen Fluss fanden wir ein Strichmännchesymbol mit einem Boot am Rücken. Somit trugen wir die Boote den Flussverlauf soweit hinauf wie möglich, und genossen Wildwasser 4ten Grades. In Karamea angekommen, waren wir guter Dinge, dass die Wasserstände in den nächsten Tagen perfekt sein würden. Es hatte die letzten Tage stark geregnet, die Flüsse führten alle Hochwasser; zudem sollte es sonnig werden, was perfekt fallende Wasserstände sowohl für den Oparara als auch den Karamea versprach. Bis es so weit war, erkundeten wir die Tracks der Umgebung. Die Mischwälder aus Palmen, Laubbäumen und grünem Moos faszinierten uns. Die meisten Wanderwege ziehen sich durch das Opararatal. Der Oparara führt teebraunes Wasser, das in Kongruenz zu den saftig grünen Bäumen und Palmen eine wundervolle Farbharmonie ergibt. Wir entdeckten bezaubernde Orte: mehrere natürliche Tunnel, die der Oparara durchfließt, mächtige Stalaktiten, bisweilen absolute Dunkelheit in diversen Höhlen… , .. Dank der günstigen Wetterlage manövrierten wir schon am nächsten Tag unsere Boote auf dem braunen Wildwasser unter den wehrhaften Stalaktiten durch die Tunnel. Der erste Kilometer ließ uns die Schönheit und Einzigartigkeit des Flusses genießen, bevor es in den steilen herausfordernden Teil überging. Es folgte eine knackige Schlucht, in der es galt, viele Holzblockaden zu umgehen. Das Umtragen erforderte viel Kletterei und Seilarbeit, der Aufwand war es jedoch Wert. Die mythische Landschaft verleitete uns zu dem Gedanken, dass wir im nächsten Kehrwasser einem Hobbit begegnen würden. Am ersten Tag waren wir ziemlich spät gestartet, weshalb wir unsere Fahrt ab der Hälfte abbrechen und drei Stunden in der Dunkelheit zu unserem Auto auf einem Weg nahe am Fluss zurückwandern mussten. Die Boote ließen wir im Wald zurück.

Am nächsten Tag shuttelten wir unser Auto zum Ausstieg und wanderten von dort zu unseren Kajaks. So ersparten wir uns das Autoumstellen und konnten den gesamten Oparara-valley-track bewandern. Der zweite Tag bescherte uns steileres Gefälle und mehr Wildwasser, welch ein Traum! - unterbrochen allerdings immer wieder von weiteren Baumverhauen. Nach diesen einzigartigen zwei Tagen waren wir bereit für mehr. Wir studierten die Wasserstände der Gegend. Der Karamea hatte mit ca. 50 Kubik einen perfekten Wasserstand. Wir organisierten das Essen für drei Tage und einen Hubschrauber, der uns zum Einstieg flog. Die ersten beiden Tage paddelten wir gemütliches Wildwasser im dritten Grad. Zu unserem Gluck trafen wir an der Roaring Lion Huette zwei Fischer, die uns ein prächtiges Abendessen angelten bevor sie die Hütte verließen. Der letzte Tag sollte der längste und auch der schwierigste werden.

JAWOHL, die Wirklichkeit bestätigte, was das Guidebuch versprach: Über Nacht stieg der Wasserstand um das Achtfache auf 400Kubik und wir hatten uns mit gewaltigen Wuchtwassern zu arrangieren – ganz nach der Devise, nicht gegen das Wasser zu kämpfen, ABER, mit ihm zu fahren! Das ist die Ekstase des Wildwasserfahrens, mit Einsatz aller Kräfte, sich in Demut hinzugeben!!! Der erste Katarakt, der normalerweise mit hausgroßen Steinen durchsetzt ist, war völlig überflutet und unfahrbar. Ein Umtragen von eineinhalb Stunden blieb uns nicht erspart. Die restlichen 20km waren durchsetzt von autobusgroßen Walzen und Wellen. Wo laut Beschreibung Flachwasser sein sollte, bildeten und brachen sich unregelmäßig riesige Wellen. Ein Besichtigen bei den großen Katarakten war schwierig, da fast keine Kehrwasser vorhanden waren und ein Anhalten fast unmöglich war. Einmal angehalten, stellte sich die Besichtigung selbst auch als nicht einfach heraus, weil die Katarakte lang und uebersichtlich waren. Jedoch meisterten wir alle Walzenslaloms zu unserer Zufriedenheit. Zur Mittagstunde erreichten wir bereits den Ausstieg.

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Quelle: David Krismayer

Als Ausklang von der Karameargion unternahmen wir eine zweitaegige Wanderung am Heaphytrack. Der Heaphytrack zählt zu den Greatwalks in Neuseeland und führt am Strand des tasmanischen Meers entlang. Nach dieser anstrengenden Woche machten wir uns auf den Weg in Richtung Queenstown, um beim Citroen-extreme-race teilzunehmen. Ich schaffte es in die Top Zehn! Olala! . Der Weg zur Nordinsel entlang der Ostküste bot uns noch einige Vergnügungen: Wir befuhren noch einige Flüsse , beobachteten Yelloweyed Pinguins , schwammen im pazifischen Ozean und bewanderten einige Tracks. Von unseren Nordinselerlebnissen berichten wir euch das nächste Mal. So long!

Text: David Krismayer
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Ausgebildeter Physiker, Redakteur, Herr über Tausend Zeilen Code auf 4-Paddlers.com und spätberufener zugereister Paddler aus Augsburg.

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