Christoph und Lukas Strobl waren in Chile unterwegs und auch sie haben tolle Geschichten und Bilder mitgebracht. Nun folgt der dritte Bericht "Big drops on the way back"...
Quelle: vboyz.at
Am Weg zurück von Futaleufu nach Pucon nahmen wir noch Seppi Strohmeier mit, der auch Richtung Pucon musste.
Wir beschlossen am Weg nach Norden noch einiges mitzunehmen. So fuhren wir wieder nach Argentinien um dort den Manso zu befahren. Er wurde erst vor einigen Jahren erstbefahren und versprach so einiges laut Beschreibungen. Der Fluss war einer der Highlights für mich. Man startet in einem Nationalpark beginnend mit einem 15m Drop (wer Lust hat, man kann auch danach einsteigen) und paddelt ca. 5-6 Stunden bis zu einem See den es dann noch zu berqueren gilt.
Das geile ist, dass man völlig abgeschnitten von jeglicher Zivilisation ist. Man befindet sich wirklich mitten in der Pampa weshalb die Sache auch eine gewisse Ernstigkeit mit sich bringt. Der Fluss war klasse, das Wetter und das Wasser auch perfekt. Eine lange Portage ist mitten im Canyon (ist von den Demshitz aber auch schon befahren worden - krank krank krank ...), ansonnsten traumhafte Stellen im IV-V Schwierigkeitsgrad. Aber ohne Fleiss kein Preis - der See am Schluss ist ca. 6-8 Kilometer lang, also nach dem Tag hängen einem die Arme bis zum Boden.
Galerie: vboyz.at @ Chile III
Nach dem Mansio gings wieder nach Chile, wo gleich nach der Grenze der vielversprechende Gol Gol auf uns wartete. Ein Pool-Drop Fluss der aber laut Beschreibung ganz schön abgeht. Wasser war leider wenig, wo bei ich im Nachhinein aber eher froh bin :) Von den 5 Drops sind wir aber nicht alles gefahren.
Seppi ließ allerdings nur den letzten aus (ein 16m Drop). Manche waren einfach nicht sauber oder die Konsequenzen durch Unterspülungen oder Syphone zu schwer (PS: super netter Campingplatz gleich beim Ausstieg). Danach fuhren wir zu einem Bach der leider kein Wasser mehr hatte, dafür nahmen wir aber den Salto Nilhahuhe (20m) mit.
Mein persönliches Highlight und für fast alle von uns der bis dato höchste Fall, den wir paddelten. Die Einfahr ist nicht zu unterschätzen, da das Wasser sehr stark nach links drückt und sich nach dem Drop links eine Hardcore-Unterspülung befindet. Die haben wir aber ohnehin vorher nicht richtig wahrgenommen weil wir den Drop von unten gar nicht gescoutet haben (war wahrscheinlich auch besser so...).
Quelle: vboyz.at
Quelle: vboyz.at
Seppi und Tim hatten gute Lines, ich verkackte die Einfahrt etwas und wurde deswegen im Flug leicht eingedreht, der Winkel war aber OK deswegen spürte ich fast nichts.
Das Eindrehen drückte mich nach links, dort wo man eigentlich nicht hin will. Genau vor einer 20m breiten Unterspülung aufzurollen bleibt mir wohl noch etwas im Hinterkopf sitzen - gibt sicher schöne Gefühle. Chris versemmelte auch die Einfahrt und war in beängstigender Schräglage während des Falls.
Er rettete es aber noch irgendwie und tauchte anscheinend auch im spitzen Winkel ein. Jedoch fetzte es ihm das Paddel aus den Händen und er entschloss sich wegen der Unterspülung besser gleich auszusteigen. War die bessere Entscheidung, sein Paddel verschwand für ca. 5 Minuten, tauchte dann aber wieder auf. Eigentlich ist der Wasserfall wirklich nicht schwer man muss nur eben schauen, dass man auf der Rampe das Boot mittig hat und gerade hält und dann einfach zumachen.
Aber wir haben beide was daraus gelernt, denke ich und im Endeffekt wars dann auch egal. Ende gut alles gut - danach beschlossen wir uns einen Einzuschenken mit unseren besten Freunden Esucdo (Bier) und Gato (Rotwein) - sehr zum Leidwesen für Seppi der noch einen sehr geilen Bach gleich 5 Min entfernt fand und fast nicht mehr ruhig stehen konnte. Aber von uns war keiner mehr in der Lage zu Paddeln und ausserdem hatten wir zu viel Spaß mit "getting Shitfaced" - wie es die Engländer so schön sagen.
Auf der weiteren Reise paddelten wir noch einmal den Fuy, diesmal aber leider bei extrem wenig Wasser. Das gleiche galt für den Llancahue - zu wenig Wasser weshalb wir ihn bei der Hütte abbrachen. Danach kamen wir wieder nach Pucon, wo wir unseren Truck namens "Nathalia" zurückbringen mussten. Die restlichen Tage waren wir super faul - wir lagen nur mehr am Strand herum oder tranken Gato :)
Alles in allem ein sehr geiler Trip mit den wahrscheinlich schönsten Flüssen, die ich bis jetzt erlebt habe. Wir werden sicher wieder nach Chile kommen in den nächsten Jahren und ich kann nur jedem empfehlen dort mal ein paar Wochen einzuplanen es lohnt sich! (schon vor allem wegen dem Rotwein )
Text: Christoph und Lukas Strobl / vboyz.at






















Habe Euren Bericht über den Rio Manso gern gelesen.
Die Cascadenstrecke ab Los Alerces wurde übrigens schon Anfang Jan. 1987 in zwei Tagen von Werner Moreth (AKC), Klaus Köhler (Hoechster
KCW) und Bernd Kirstein (AKC, HKCW)erstbefahren. Organisiert wurde
der Trip von Rolf Rust aus Buenos Aires.
Schnappinger von Eskimo hatte für die Tour 3 Compacts (3,80 m)in
teilbarer Ausführung gebaut.
VG