Griechenland im Herbst muss nicht trocken sein. Teil 1

Im Herbst 2010 machte sich Ulrich Lister zum zweiten Mal nach Griechenland auf. Eigentlich zum Relaxen am Strand und ein wenig Paddeln. Das Wetter meinte es jedoch "gut" und so zeigte sich das der "Herbst nicht trocken sein muss".

Griechenland Landschaft

Im Oktober 2010 ging es für mich zum zweiten Mal nach Griechenland.Nach den Erfahrungen aus dem Jahr zuvor, freute ich mich nach einem stressigen Sommer, auf sonnige Stunden am Strand von Porto Zaziki.
Na ja, eigentlich heißt es ja Porto Katsiki.

Die Anreise erfolgt mit der Fähre von Ancona nach Igoumenitsa.
Mit der aufgehenden Sonne erreichen wir nach ca. 17h Fahrt das griechische Festland und fahren erst einmal im Gegenuhrzeigersinn um das Hafenbecken herum, auf eine schmale Landzunge zum Frühstück.

Artikel Griechenland im Herbst muss nicht trocken sein Igoumenitsa

Quelle: Jenny

Igoumenitsa im Sonnenaufgang

Was danach folgt ist die Einstimmung auf die nächsten 10 Tage.Der Himmel wird grau und schickt uns erst einmal kleine Tropfen nach unten. Also - doch kein Strandleben.
Wir beschließen, ganz nach dem Motto: "Es gibt kein schlechtes Wetter - nur falsche Ausrüstung", direkt weiter in den Norden zu fahren.Die Boote, die wir dabei haben, brauchen nun mal Wasser.
Vorher nur noch mal schnell an die Tanke. Man hat ja in Italien nicht mehr getankt, da es in Griechenland ja sooo billig ist.Pustekuchen - jetzt gibt´s schon mal die Quittung für die G-Krise. Der Dieselpreis ist fast auf deutschem Niveau und sorgt neben dem Wetter erst mal für Verdruss.

Die erste kräftige Schauer ist vorbei und wir nehmen Kurs zum Kalamas. Wir starten unsere erste Etappe an der Mündung des Langafzas und paddeln durch zahlreiche Platanen bis zu einem Wehr an einer Brücke oberhalb Neraida an der E92.

Die zweite Etappe am Tag danach führt uns von Soulopoulo bis nach Vrosina.
Diese beiden Abschnitte sind auch gut von sportlichen Wanderpaddlern zu befahren und einfach schön zum Entspannen.

Am nächsten Tag wagen wir uns auf die Tiria, obwohl wir mit dem Pegel hadern.
Die Tiria mündet anschließend in den Kalamas. So paddeln wir noch ein Stück von diesem bis zum Kieswerk, da der Ausstieg an der Tiria zu schlammig war.Der Wasserstand war aber leider sehr knapp. So richtig gelohnt hat es sich nicht.
Leider gibt es hier keine Bilder. Der Fotoapparat war zu gut verstaut ;-)

Am nächsten Morgen fahren wir weiter, um den Gormos zu erkunden.Denn wann hat man schon mal so viel Wasser im Herbst und kann neue Bäche erkunden?
Nachschub an H2O gibt es auf jeden Fall reichlich.
Andere berichten immer von ihren tollen Paddelurlauben bei Sonnenschein.
Ich aber habe scheinbar immer eine große Wolke über mir dabei.

Artikel Griechenland im Herbst muss nicht trocken sein. Teil Gormos

Quelle: Uli

Pegel am Gormos

 

Galerie: Griechenland im Herbst muss nicht trocken sein. Teil 1

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Auf dem Weg zum Einstieg des Gormos fährt man über eine neue Straßenbrücke, an deren Ende man rechts auf die alte Straße abbiegen kann. Dort befindet sich ein alter Rastplatz mit einem verlassenen Häuschen und dem Pegel unter der Brücke, der auch unseren Ausstieg markierte.

Artikel Griechenland im Herbst muss nicht trocken sein. Teil Lagerplatz Gormos

Quelle: Uli

Lagerplatz am Gormos

Ich selber verzichtete auf eine Befahrung und nahm den Platz des Shuttle-Bunnys ein. Den Berichten von Jenny, Jutta und Norbert nach, war die Befahrung durch zahlreiche Baum und Strauchhindernisse recht spannend und landschaftlich ein Genuss. Vorausgesetzt man mag durch dichten Wald paddeln.
Ähnlich spannend war auch die Autofahrt für mich ohne Navigator.

Die regenfreien Stunden des nächsten Tages nutzten wir für eine Besichtigung des alten Klosters in Monodendri mit einen Blick in die Vikos Schlucht.
Da man aus der Ferne gut Wasser erkennen konnte, wurde der Plan einer Wanderung durch die Schlucht nach Vikos fallen gelassen.

Artikel Griechenland im Herbst muss nicht trocken sein. Teil Kloster

Quelle: Uli

Artikel Griechenland im Herbst muss nicht trocken sein. Teil Kloster

Quelle: Jenny

Agios-Paraskevi-Kloster in MonodendriVom Kloster führt ein atemberaubender Weg hinauf zu einer unbewohnten Einsiedelei

Artikel Griechenland im Herbst muss nicht trocken sein. Teil Vikos Schlucht

Quelle: Uli

Blick in die Vikos Schlucht mit Wasser 15. Okt. 2010

Da durch die Wasserführung des Vikos, Aussicht auf eine Befahrung des Voidomatis bestand, fuhren wir am nächsten Tag erst einmal zum unteren Ausstieg an einer alten Bogenbrücke.

Artikel Griechenland im Herbst muss nicht trocken sein. Teil Bogenbrücke

Quelle: Jenny

Artikel Griechenland im Herbst muss nicht trocken sein. Teil Wehr

Quelle: Uli

Die Bogenbrücke am Ausstieg des Voidomatis.Das Wehr unterhalb der Brücke.

Da ich das ganze Jahr über recht wenig im Boot gesessen hatte, bin ich etwas unsicher, ob mir eine Befahrung gelingen wird.
Doch Norbert spricht mir gut zu und so wagen wir den ewig langen und nicht enden wollenden Abstieg in Vikos zu den Karstquellen des Voidomatis.

Artikel Griechenland im Herbst muss nicht trocken sein. Teil Vikos

Quelle: Uli

Artikel Griechenland im Herbst muss nicht trocken sein. Teil Vikos

Quelle: Uli

Vikos - gegenüber einer Quelle geht es hinunter zur SchluchtDer Abstieg in die Vikos Schlucht

Artikel Griechenland im Herbst muss nicht trocken sein. Teil Karstquelle

Quelle: Uli

Karstquelle des Voidomatis

Nach 40 Minuten sind wir endlich an der Quelle des Voidomatis angekommen. Man sieht ganz deutlich, wie sich das schmutzige Wasser des Vikos und das saubere Wasser der Quelle langsam vermischen.

Wir gönnen uns erst einmal eine Verschnaufpause und den Blick aufs Wasser.
Bei mir steigt derweil die Nervosität. Irgendwie fühle ich mich einfach untrainiert.
Gegen 15:30 starten wir zwar recht spät, aber länger wie 2 Stunden soll es ja nicht dauern.
Die ersten Meter sind ein Genuss. Der Wasserstand passt. Man sieht in manchem Gefällstück die überspülten Pennersteine und so fange ich an das Positive daraus zu ziehen.
Dann kommt die erste schwierige Stelle. Norbert, der Flußführer in Person, erklärt mir was jetzt auf uns zukommt. - Der Schlitz.
Vorher einfach ins rechte Kehrwasser und dann locker durch - so der Plan.

Artikel Griechenland im Herbst muss nicht trocken sein. Teil Anfahrt

Quelle: Uli

Artikel Griechenland im Herbst muss nicht trocken sein. Teil Schlitz

Quelle: Uli

Die Anfahrt zum Schlitz.Der Schlitz mit Baum davor.

Irgendwie habe ich mal wieder vor lauter Aufregung die Anfahrt leicht versemmelt und bin viel zu dicht an Norbert dran.
Da ist doch dieser blöde Baum davor und um ins Kehrwasser zu kommen muss ich über das Heck meines Vorpaddlers fahren.
Also, tief Luft holen - und was hast Du gelernt?

Richtig - die Steine sind Deine Freunde, an die lehnt man sich an.

Damals auf dem Jori in Norwegen sagte ich den Satz "Prallwasser müssen abgeritten werden" und hatte das auch erfolgreich bewiesen.
Und jetzt...
Ich peile also den Felsen direkt links vom Baum an, setze mich aufs Prallwasser, Paddel in der rechten Hand, die Linke auf den Fels.
Nach einer, in realer Zeit nicht messbaren Pause, schiebe ich mich zum Schlitz und lasse mich herunter spülen. Spültiger halt ;-)

Irgendwann muss ich die Hand vom Fels nehmen und dann das Paddel wieder greifen. Uff, es folgt eine tiefe Stütze.
Geschafft! Kehrwasser anfahren. Raus aus´m Boot.
"Mann" sage ich zu mir, fahr doch einmal normal wie andere und mach´s nicht immer so spannend.
Norbert folgt mir gelassen, schüttelte den Kopf und lacht.
"Na siehste - war doch gar nicht so schlimm. Du kannst das. Bist schon ganz andere Sachen gefahren"

Also, einsteigen und weiter im Text.
Immer wieder wechseln leicht wuchtige Gefällstrecken mit etwas ruhiger fließenden Stücken ab und so geht mein Puls auch wieder etwas nach unten.
Irgendwann kommen wir an einen Katarakt, wo Norbert sich bei dem Wasserstand nicht ganz sicher ist, wo die optimale Route wäre.
Also raus und scouten.
Der Beginn sieht irgendwie hakelig aus und so beschließe ich etwas unterhalb ein zu setzen.
Am Ende des einsehbaren Abschnitts gibt es eine rückläufige Stufe, die man rechts, direkt links an einem Fels vorbei, nehmen könnte.
Auf der linken Seite schießt das Wasser über eine Platte, die man ja boofen könnte.

Wir setzen uns in die Boote und Norbert gibt mir die Linie vor. Ich folge tapfer und überlege immer weiter, wie ich die Stufe denn nehmen möchte. Oldschool am Fels vorbei oder stylisch boofen.
Wie immer im Leben, wer zögert und zaudert, bekommt die Entscheidung aufgedrückt.
Schlecht, und nicht weit links genug gebooft. Abgebremst.
Das Boot dreht sich nach rechts.
Der Blick schweift auf die Wassermassen, die irgendwie auf einmal verdammt hoch (gedachte 1,5m) zu mir herunterfallen.
Es folgt ein schlapper Ziehschlag und dann völlig unnötig die Kapitulation bevor es überhaupt ernst wird. Eigentlich rolle ich gut auf beiden Seiten. Wenn man doch die Gedanken mal ausschalten könnte.

Als ich auftauche, kann ich sofort Boot und Paddel festhalten und schwimme links an die Felswand. Vor mir ein dicker Brocken über den ich das Boot schieben kann. Norbert ist schon längst dahinter ins Kehrwasser gepaddelt und hilft mir.

Artikel Griechenland im Herbst muss nicht trocken sein. Teil Voidomatis

Quelle: Uli

Der Champagner Lauf zur Abwechslung mal mit Wasser

Was ich jetzt, wo ich wieder festen Boden unter den Füßen hab, von der linken Seite aus sehen kann, lässt mich aufatmen.
Der Champagner Lauf, wie ich mittlerweile herausgefunden habe.
Für den bin ich gerade gar nicht fit. Zudem sind wir auf der falschen Seite.
Also weiter tragen.
Nachdem wir wieder in den Booten sind, geht es mit der Abwechslung von vorher weiter.

Artikel Griechenland im Herbst muss nicht trocken sein. Teil Hüpfer

Quelle: Uli

Norbert über einen kleinen Hupfer. Leider unscharf, weil das Licht langsam geht.

Es kommt noch ein kleiner Hupfer der richtig Spaß macht, dann lassen die Schwierigkeiten nach.
Es dauert aber noch ein bisschen und die Sonne ist schon verdammt tief, als wir endlich an der Straßenbrücke zwischen Aristi und Papingo ankommen.
Hier warten unsere Damen auf eine Sundowner Tour.

Artikel Griechenland im Herbst muss nicht trocken sein. Teil Straßenbrücke Aristi Papigko

Quelle: Uli

Ausstieg oberer Voidomatis, Einstieg mittlerer Voidomatis.
Ab hier nur noch WW I-II

Norbert macht hier Feierabend und fährt den Wagen runter zum Lager. Ich paddel mit Jutta und Jenny weiter.

Artikel Griechenland im Herbst muss nicht trocken sein. Teil Voidomatis

Quelle: Uli

Artikel Griechenland im Herbst muss nicht trocken sein. Teil Voidomatis

Quelle: Uli

es wird dunkler......und dunkler

Artikel Griechenland im Herbst muss nicht trocken sein. Teil Ausstieg

Quelle: Uli

Als wir endlich unten ankommen, ist es stockfinster. Aber das Rauschen des Wehres markiert zusammen mit der Brücke den Ausstieg.Gut vom Bach, fängt es an zu schütten und es hört auch die ganze Nacht nicht mehr auf.

Artikel Griechenland im Herbst muss nicht trocken sein. Teil Konitsa

Quelle: Jenny

Artikel Griechenland im Herbst muss nicht trocken sein. Teil Wehr

Quelle: Uli

Der nächste Morgen entschädigt uns aber dafür mit etwas Sonnenschein und einem wunderschönen Wolkenspiel.Dann aber folgt der Blick in den Bach.Jetzt isser richtig voll!Von wegen Griechenland ist trocken im Herbst.

Die Befahrung erfolgte am 16. Oktober 2010.
Sollte es nun tatsächlich nicht mehr möglich sein dort zu paddeln, so bin ich besonders stolz darauf, diese Tour geschafft zu haben.
Danke Norbert!
Uli

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