Ron Fischer reist in fünf Monaten einmal rund um die Welt. Der erste Stopp ist Nepal - nachdem er mit Freunden am Arun war, geht es nun alleine auf den Buri Kandaki, , ein ziemlich unbekannter Fluss in Nepal. Zwei Tage Anreise per Bus und Jeep, dann zwei Tage hoch laufen und drei Tage runter paddeln.
Quelle: Ron Fischer
Am 29. November bin ich in Pokhara los in Richtung Buri Kandaki der vom Manaslu, einem der 14 höchsten Berge der Welt runter fliesst. Mir war an dem Tag ziemlich übel und eigentlich war ich nicht sonderlich motiviert etwas zu unternehmen, doch ich musste raus aus der Stadt wieder auf den Fluss. Unterwegs hatte der Bus eine Panne, doch ich konnte schon bald auf den nächsten Umsteigen, der mich dann jedoch am falschen Ort wieder rausgelassen hat. So nahm ich noch zwei weitere Busse bis endlich Endstation war für diesen Tag und ich in einem Hotel schlafen konnte. Am nächsten Morgen ging es weiter mit einem Bus bis nach Arughat wo ich das erste mal den Fluss sehen konnte. Nach einiger warterei, nahm mich ein Gelände gängiger Lkw mit ins nächste Dorf. Dort wieder umsteigen auf einen Jeep und weiter bis Soti Kola ans Ende der Strasse.
Die Nacht im "Hotel", oder wie man das auch immer nennen mag habe ich kaum geschlafen. Betrunkene Locals haben die ganze Nacht lärm gemacht und waren endlos mühsam. Trotzdem war ich am nächsten Tag endlich wieder richtig gesund und bereit für den zwei-tägigen Hike hoch zum Einstieg.
Der Chef vom Hotel hat mir einen Träger besorgt, diesmal einen richtigen Träger! Es war unglaublich wie der Typ in seinen Sandalen das Tal hoch gelaufen ist. Der hat am ersten Tag das Kajak genau fünf mal für einen kurze Pause abgesetzt und den Rest ist er gelaufen, schnell gelaufen. Man muss sich das mal vorstellen, der Träger war ungefähr 1.50m klein, das Boot 2.50m und er trägt es mithilfe einem Riemen auf dem Kopf den ganzen Tag den Berg hinauf. Dazu in Sandalen....
Ich konnte öfters mal einen Blick auf den Fluss werfen, auch wenn dieser tief in einer Schlucht war am ersten Tag. Wie schon am Arun, hat es schon von oben schwer ausgeschaut, aber fahrbar.
Quelle: Ron Fischer
Quelle: Ron Fischer
Die Nacht verbrachte ich in Mochakhola, einem kleinem Bergdorf umgeben von traumhafter Landschaft. Es gab da mehrere super Unterkünfte mit genialer Küche. Im Oktober kommen hier anscheinend täglich bis zu 150 Touristen vorbei und so sind sie sich der westlichen Küche gewohnt. Sie alle machen den üblichen Trek zum Manaslu Basecamp. Jetzt jedoch war ich der einzige Gast und wurde ziemlich komisch angeschaut mit meinem Kajak. Letztes Jahr seien drei Paddler hier vorbei gekommen und davor mehrere Jahre niemand mit so komischen "Dungas" ( Einbaum auf nepali Sprache).
Ich lief mit meinem Träger noch einen halben Tag weiter hoch bis Dovan. Ich schaute noch um die nächste Talkurve, doch dort nahm das Gefälle stark zu und war kaum mehr fahrbar bei dem Wasserstand. Ich bezahlte meinem Träger die abgemachten 20 Euro für die zwei Tage und ihr hättet seine Augen sehen sollen! Der hat gestrahlt wie selten zuvor. Normales Gehalt ist die Hälfte, doch dann tragen sie bis zu 60kg! Kajaks sind von der Dimension schwierig zu tragen für die kleinen Leute und auf den steilen Pfaden teilweise auch sehr gefährlich, darum wollen sie mehr dafür.
Quelle: Ron Fischer
Zu erwähnen ist noch die Landschaft. Das Tal ist unglaublich schön, beide Uferseiten sind extrem steil und hoch, so das man die weissen Gipfel nur selten sehen kann. Doch schlicht die schönste Gegend die ich in Nepal gesehen habe!
Ich verabschiedete mich von meinem Träger und paddelte los. Wie schon auf dem Arun habe ich die Power des Buri Kandakis unterschätzt und was vom Ufer wie Wildwasser vier ausgesehen hat, war WW 5. Das meiste war jedoch im vierten bis fünften Grad und traumhaftes Wildwasser. Zweimal habe ich kurz umtragen und war nach ein paar Stunden zurück in Mochakhola.
Hier verbrachte ich nochmals einen Nacht und paddelte am nächsten Morgen weiter. Das Wildwasser blieb das Selbe, ausser das ich einen riesigen Erdrutsch mühsam umtragen musste was mich ein Stunde gekostet hat. Es folgten nochmals eine paar unfahrbare kurze Abschnitte und dann war ich zurück in Soti Kola. Von hier erwartete ich eigentlich fast nur Flachwasser bis runter zur Trisuli Mündung, doch es folgten weitere 20km traumhaftes WW 3-4. Eine Nacht verbrachte ich noch am Fluss, machte Feuer, kochte Fertig-Nudeln und schlief unter den Sternen.
Nach weiteren 30 km war ich in Fischling wo schon die Himalayan Whitewater Challenge am laufen war. Vor zwei Jahren habe ich hier gewonnen, doch diesmal kam ich zu spät um noch daran teil zu nehmen. Ich genoss ein paar Stunden vom Event und nahm dann einen Bus zurück nach Kathmandu.
Alles in allem ein mega super Trip, den ich eigentlich gerne mit jemandem geteilt hätte, doch wenn meine lieben Freunde früher heim fliegen..... selber schuld :)
Somit ist mein Nepal Trip zu Ende, aber nach Hause geht's noch lange nicht. Übermorgen bin ich in Bali für eine Woche am surfen, dann eine Woche Kajak fahren auf Java und weiter nach Patagonien.....
Text: Ron Fischer









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