In "Egal - Hauptsache Bach!" haben H-G Luxen und J-P Reichardt ihre Lagerfeuergeschichten auf Papier gebannt. Herausgekommen ist ein 90seitiges Buch mit wilden Geschichten ums Paddeln. Eine Rezension von Sebastian Lüke.
Pünktlich zur ruhigen Vorweihnachtszeit erreichte mich das Buch von H-G Luxen und Soulboater Redakteur Jan-Peter Reichardt, erschienen im Verlag des Kajakmagazins für knapp 15€. Mal kein Fluss- oder Gebietsführer, sondern ein Leckerbissen der die Seele des Kajaksports ansprechen soll und so startete ich gemütlich vor dem Kamin mein Leservergnügen.
Quelle: Autoren
In den letzten Wochen ist es am abendlichen Lagerfeuer ruhig und kalt geworden. Nur noch wenig ganz hartgesottene raffen sich nun zum Paddeln auf und verbringen ihre Nächte auch noch am offenen Feuer. Die beste Zeit also, um mit einer Sammlung von Lagerfeuergeschichten an die Öffentlichkeit zu treten.
So nahmen sich J-P und H-G die Zeit und ließen die Welt an ihrem Best-Of Paddeln am Lagerfeuer teilhaben.
Die kleinen Geschichten mit klangvollen Namen, wie „Wahre Liebe“, „Solo ist manchmal die bessere Gruppe“ oder „Die Verrückten kommen“ lassen sich sehr flüssig lesen. Nicht immer liegen den Geschichten kanuschulkonforme Verhaltensweisen zu Grunde, doch wer kann das schon von seinen Abenteuern behaupten. Gerne brechen die Autoren mit „politisch“ Korrektem handeln, wie Scouten von unbekannten Abschnitten, Akzeptieren von Befahrungsverboten, Paddeln nur in Gruppen oder Unterlassen von Hochwasserbefahrungen, was dem ganzen Buch einen menschlichen korrekten Touch verpasst und die Aufbruchsstimmung zu Beginn der PE-Zeit wiederspiegelt. Das Buch möchte keine Lehrfibel sein und in keinster Weise Vorbildfunktion einnehmen, dies machen die Autoren gleich im Aufreißer klar. Es werden vielmehr Geschichten erzählt, die wir alle vielleicht schon einmal im oder am Bach erlebt haben – es jedoch nicht geschafft haben, sie jemals zu Papier zu bringen.
In den letzten Jahren wurde der Maßstab für Outdoor-Veröffentlichungen mit entsprechender Bebilderung sehr in die Höhe getrieben mit neuer Kameratechnik und immer besserer Computernachbearbeitung erscheinen in den Szenemagazinen immer mehr Bilder, die das Gefühl vermitteln im Zentrum des Geschehens zu sein. Auch die Veröffentlichungen wie der Gebietsführer Norwegen von Jens Klatt und Olaf Obsommer oder das grade kursierende Ahoimag von Jens und Philip Baues legen hier die Latte in Sachen Fotografie sehr hoch.
Gleich auf den ersten Blick fällt auf, dass der Schwerpunkt von „Egal – Hauptsache Bach“ nicht hier liegt. Die Bilder sind wohl ausgesucht, allerdings größtenteils schon älterer Natur. Topolinos und laminierte K3 tummeln sich auf Soca und Co. Die entsprechenden Fotos haben nicht die heute übliche Farbtiefe und Brillanz, machen jedoch den Charme des Buches mit aus und man sollte sich nicht von diesem ersten Eindruck täuschen lassen.
Quelle: Autoren
Quelle: Autoren
Fazit: Für den Zeitvertreib an langen Winterabenden ohne Paddeln eignet sich das Buch perfekt. An vielen Stellen findet sich der Enthusiastische Kanute wieder und würd sich fragen, wie hätte ich an dieser Stelle gehandelt oder gottseidank bin ich nicht an ihrer Stelle. Durch die Erzählweise fühlt man sich eng an der Handlung. Lagerfeuergeschichten könnten nicht besser in Buchform gebracht werden, ob sie jedoch an die Öffentlichkeit gehören steht auf einem anderen Blatt und bleibt jedem selbst überlassen. Diese beiden Autoren haben den Mut besessen uns ihre Geschichten zu präsentieren, auch wenn Sie dabei nicht immer im besten Licht erscheinen.
Text: Sebastian Lüke / 4-paddlers.com









Servus Sebastian
SChreibst du aus der Vergangenheit?
Das Datum deiner Beiträge ist 1970 (Do 01.01.1970 01:00)
Ist zwar hier auf der Seite nicht von Interesse aber in den RSS Feeds landet der Beitrag an letzer Stelle.
LG
Christian
Freut mich sehr dieser Beitrag. Besonders das ein zuletzt gescholtener J.P seine bsonders humuristische Art von Lagerfeuer Erzählungen auch hier im 4 Paddler.com seinen Platz findet.
Auch wenn er manchmal sehr provokant wirken mag, errist ein herzenguter Mensch und und zuverlässiger partner am Fluss.
Grüße
Franz