Martina Moosburger und Florian Reithmeier von Bushpaddler sind grade zurück aus Mittelamerika mit im Gepäck haben die Beiden den letzten Bericht von Rutschen, Pools und Drops und viele praktische Tipps für den eigenen Trip nach Mexiko.
Quelle: Bushpaddler
Zurück vom Alseseca dachten wir es kann nicht mehr viel kommen, hier haben wir allerdings die Rechnung ohne den Rio d' Oro gemacht. Viel Fahrerei nach Süden aber auf jeden Fall eine Tour die sich trotzdem rentiert... Am Montag brechen wir in Jalcomulco auf um an den Rio d' Oro zu fahren. Wir haben schon einiges von diesem Fluss gehört, richtig viel haben die Beschreibungen aber nicht gemeinsam. Wildwasser im Oberlauf, leichte Stromschnellen bis ins Meer und nur zwischendrin bei den 12m und 8m Wasserfällen mit sauberem Unterwasser ist man sich einig. Wir sind gespannt.
Galerie: Bushpaddler unterwegs in Mexiko III
Ein geländegängiges Fahrzeug um an den Einstieg des Oro zu kommen ist vorhanden und heute steht ein reiner Fahrtag an. Die Knochen können nach 9 Tagen Paddeln eh mal eine Auszeit gebrauchen und wir machen auf halbem Weg nach Süden Halt in einer kleinen Stadt namens Tlacotalpan. Der Stadtkern ist UNESCO Weltkulturerbe und wirklich sehenswert. Die Sonne brennt, eine kühle Brise vom Meer verspricht bei dieser Windrichtung beste Verhältnisse am Oro.
Quelle: Bushpaddler
Abends kommen wir am Strand an, schlagen unsere Zelte auf und gehen in der leichten Dünung bis zur Dunkelheit erst mal eine Runde surfen bevor wir uns von Don Fernando im Restaurant "Brisas Del Mar" am "Punta Roca Partida" mit frischem Fisch verköstigen lassen. Sollte jemand hierher kommen, lasst Euch unbedingt von der Piratengrotte (bei gutem Wetter paddelnd erreichbar) erzählen oder Euch zumindest die Bilder der Fundstücke oder die Münze aus der Grotte um Don Fernandos Hals zeigen.
Quelle: Bushpaddler
Quelle: Bushpaddler
Am nächste Morgen wird schnell klar warum wir ein geländegängiges Fahrzeug brauchen. Mit freundlicher Hilfestellung eines Ortsansässigen geht es durch mehrere, teils verschlossene Tore über verschiedene Farmen und durch Gärten. Ohne diesen Einheimischen der alle Schlüssel mit sich führt wären vermutlich mehrere Kilometer Fußmarsch angesagt.
Das Gelände über das wir fahren ist grasig, der "Fahrweg" erdig und teils so steil dass bei schlechtem Wetter entweder deutlich weiter Flussabwärts eingestiegen werden muss oder man zieht und trägt die Boote deutlich weiter bis zum Einstieg. Wir haben Glück daß die ergiebigen Regenmengen der letzten Woche schon 2 sonnige Tage zum trocknen hatten, es wird uns aber trotzdem bestätigt "the river is pumping", es soll ordentlich Wasser im Fluss haben.
Quelle: Bushpaddler
Trotz dass wir weit hoch fahren können müssen wir die Boote noch ca 20 Minuten ziehend und tragend zum Einstieg befördern. Dieser zeigt sich von seiner schönsten Seite, unter einem ca 10m hohen Wasserfall geht's los. Relativ steinig, schnell und mit einem Baum im ersten Kilometer. Der ist leider nicht umfahrbar und muss durch das Dorngestrüpp auf der rechten Uferseite umtragen werden. Was es hier alles gibt: über 3-5cm lange Stacheln, übergroße Rosendornen und diese sogar in Hakenform - der Tod jeder Paddelklamotte. Und irgendwie riechts nach Zitronengras.
Quelle: Bushpaddler
Quelle: Bushpaddler
Nach einigen weiteren Stromschnellen im III. bis IV. Grad folgt die "Minigorge", ein Art Niederklamm, WW IV mit rückläufigen Stufen und ordentlichen Unterspülungen. Schwimmen ist hier also keine Option, nicht zuletzt wegen der wenigen Kehrwässer und der senkrecht aus dem Wasser stehenden Ufer aus Vulkangestein. Am Ende dieser Klamm nach einigen Metern etwas leichterer Strecke folgt ein Pflichtkehrwasser unmittelbar vor "La Gloria", dem ersten von 2 Wasserfällen (ca12m) auf dieser Strecke.
Das Unterwasser ist sauber, wir umtragen unser Tandem nachdem sich unsere Begleiter über die Kante einen Stock tiefer verabschiedet haben. Unterhalb befindet sich ein großer Pool in dem man sogar hinter den Fall paddeln kann, an den Wänden des Pools ist das Wasser so flach dass ein Wiedereinstieg problemlos möglich ist. In der Mitte des Pools kocht ein Pilz mit über einem Meter Höhe.
Erster Fall heißt zweiter Fall!So sehr wir auch suchen, vor dem zweiten Fall gibt es keinen Einstieg mehr (aber auch keinen Ausstieg) und wir müssen beide Fälle auf einmal umtragen (und die anderen beide paddeln). Nicht dass die Strecke das Problem wäre aber der 2. Fall ist etwas niedriger (ca 8m) und freundlicher. Sehr Luftdurchsetztes Unterwasser, Fehler bei der Befahrung bleiben so meist ohne gravierende Folgen.
Quelle: Bushpaddler
Unter diesem Fall treffen wir unsere Adrenalingefüllten Mitpaddler wieder und paddeln auf WWII noch ca 2 km ins Meer und 300m nach links am Ufer entlang bis zu unserem Camp. Natürlich nicht ohne wieder die ein oder andere Brandungswelle mitzunehmen...Zurück in Jalcomulco stellen wir fest dass hier um Jalcomulco Flusstechnisch nun fast alles abgegrast ist. Wir lassen unsere letzten Tage hier mit der Pescados Section des Antigua und den four IV's ausklingen. Mexico, wir kommen wieder!Flo und Martina
Weitere Infos zu den Flüssen:Bei uns (demnächst unter www.bushpaaddler.de) oder bei Esprit (www.whitewater.ca). Esprit bietet sowohl komplette Wochentouren mit Guides sowie individuelle Touren an und kann Bootsmaterial stellen. In der Gegend um den Alseseca gibt es noch viele Creeks, teil unbefahren oder wenig bekannt. Bei gute Locals oder am Alseseca Race (alseseca.com/home_eng.html) bekommt man noch mehr Informationen. Gesundheit:Besondere Impfungen sind nicht notwendig, Hepatitis A und B sollten aber sein und schaden auch Zuhause nicht. Als Vorbeugung für "Montezumas Rache" bietet sich außer einem Tequila nach dem Paddeln noch scharfes Essen an (das Essen in Mexico ist meist nicht so scharf wie landläufig angenommen). Etwas Imodium o.ä. sollte in der Reiseapotheke sein genauso wie eine ordentliche Sonnencreme. Wetter / Klamotten:Mexico ist warm, das gilt fast überall. Die Region um den Alseseca kann aber mit reichlich Nebel aufwarten und liegt auf 1200m ü.NN. Hier heißt es nicht alle warmen Klamotten zuhause lassen. Kosten:Essen und trinken in Mexico ist günstig, für 10-15 Euro pro Nase kommt man am Abend mit Getränken durch. Hier gilt wie fast überall: je abgelegener je günstiger. In Ländlichen Gegenden bekommt man das Bier in einfachen Kneipen meist unter einem Euro. Übernachtungen gibt es in allen Preiskategorien vom Hostel bis zum Nobelhotel. Anreise:Mit eigenen Booten wie immer schwierig, der beste Flughafen für die von uns bereiste Gegend ist Veracruz Sicherheit:Im Gegensatz zum nördlichem Mexico ist die Sicherheitslage im Südosten (Bundesstaat Veraruz) unproblematisch. Von Reisen weiter in den Norden zu den wunderschönen stufigen Tuffsteinflüssen wird im Moment selbst von Locals abgeraten.
Text: Bushpaddler/Florian Reithmeier
Mehr Infos: www.bushpaddler.de






















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