Im Wildwasserbereich vollbringen in den letzten Jahren immer mehr Jugendliche wahre "Kunststücke", bei denen viele "Große" nur den Hut ziehen können. Wir stellen euch ein paar der Künstler vor. Heute: Sven Lämmler.
Angepasste Bootsmodelle und Equipment lassen immer mehr Jugendliche in den Wildwasserbereich strömen. Dort vollbringen Sie Meisterleistungen, vor denen selbst die "Großen" meist nur den Hut ziehen können. Wir stellen euch einige der "Kids" vor.
Quelle: Sven Lämmler
Geboren am 5. Mai 1994 lebe ich seit vielen Jahren in Appenzell, umgeben von einer Vielzahl von wunderschönen Wildbächen der Schweiz. Mit sechs Jahren sass ich das erste Mal im Duotopo, selbstsprechend mit meinem Vater. Die lustige Fahrt auf der Moesa im Tessin bescherten mir die ersten unauslöschbaren Erinnerungen und Eindrücke. Zugleich vermittelten die warmen Sonnenstrahlen mit dem klaren Wasser die Faszination dieses naturgewaltigen Elementes. Seit diesem Zeitpunkt zog es mich mit unbändiger Kraft auf das Wasser, bis ich mit sieben Jahren begann, selbstständig Kajak zu fahren.
Nebenbei übte ich fleissig Schwimmen, Geräteturnen, Langlauf und Skifahren. Aktuell trainiere ich ausgiebig Handball (vier Mal pro Woche) und halte mich neben dem Bach mit Kraft- und Konditionstraining fit. Im Kajak sitze ich regelmässig, leider nicht mit dieser Häufigkeit. Meine „Homeruns“ Sitter, Urnäsch und Lanquart sind hierzu aber bestens geeignet. Nicht zuletzt fordert und fördert mich das Gymnasium, zum Ausgleich mehr geistig als körperlich.
Mit zwölf bildeten sich mit der heranwachsenden Kraft, der Psyche und dem Ehrgeiz die wesentlichen Voraussetzungen, um auf schweren Wildbächen zu bestehen. Im Alter von 14 habe ich mich an die ersten „dicken Brocken“ herangewagt, wie die durchgehende Befahrungen der Soca-, Ardezer-, Lech- und Ötztaler-Schluchten (Wellerbrücke, Heiligkreuz und Kühtrein), einigen ausgesuchten Wildwasser-Perlen in Korsika (oberster Veccio, oberster Rizzanese und Restonica) und vielen schönen Fahrten mehr. Eine völlige neue Dimension des Kajaksportes, der mit meinem Bruder Lars ausgiebig gelebt werden kann.
Quelle: Sven Lämmler
Quelle: Sven Lämmler
Mit 15 Jahren habe ich bereits viel spannende und abenteuerliche Befahrungen erlebt. Auch wenige, aber nicht ganz ungefährliche Situationen rücken meine Vorsicht vor dem schwerem Wildwasser ins richtige Licht, die Dank des beherzten Eingreifens meines Bruders und Vaters gerade noch gut ausgingen.
Mein grösstes Highlight datiert vom letzten Frühling 2009, als wir einen unbekannten Abschnitt des Valserrheins befuhren. Wir hatten keine Ahnung, wie es in der Schlucht zu und her ging. Nicht minder erstaunt über das abrupte Auftreten der Abrisskante, die eine fünf Meter hohe Vorstufe bildet, um anschliessend in einen weiteren 25m hohen Wasserfall überzugehen. Die unterspülte Höhle der engen Vorstufe konnten wir indes nur mit grösstem Risiko befahren, weshalb wir uns mangels der Umtragemöglichkeiten entschieden, direkt in den Tumpf des Wasserfalles zu springen. Die folgende 5 km lange, wunderbare Schlucht war mit weiteren schönen Stufen und schweren Katerakten geschmückt. Ein wahrlicher Kick erster Güte!
Freud und Leid liegen nahe zusammen: Mein schlimmstes Paddelerlebnis war, als ich beim obersten Rizzanese - bei gutem Wasserdurchlauf - in eine nach hinten weiträumig unterspülte Wasserfallhöhle geriet. Nur Dank mehrfachen beherzten Rettungsversuchen von meinem Vater und Bruder wurde ich nach über einer halben Stunde heil aus der misslichen Lage befreit. Wir waren ziemlich geknebelt - und ausgekühlt zugleich. Der folgende Abschnitt verhiess zudem schwerstes Wildwasser. Nach einer längeren Pause mit Speis und Trank beschloss ich trotz der schweren Arme weiterzupaddeln. Der Spass am Wildwasser folgte mit einer behutsamen Abfahrt mit nur einer Umtragestelle, womit weitere Kräfte geschont wurden. Am Ende des oberen Rizzanese legten wir eine weitere Pause ein und fuhren sodann durchgehend den mittleren. Selbstsprechend war ich am Abend „fix und fertig“ und warf mich früh ins Bett.
Quelle: Sven Lämmler
Quelle: Sven Lämmler
Meine Kajakgebiete konzentrieren sich auf Europa wie namentlich die Schweiz, Frankreich / Korsika, Slowenien, Deutschland und Österreich. Auch eine Spritztour nach Afrika zum Zambezi durfte ich als weihnachtliches Highlight miterleben, nicht nur wegen dem sagenhaften 800 m3 Wasserdurchlauf, sondern wegen der unberührten Natur, Wildtiere und einzigartigen Lebensart der Einheimischen.
Im Sommer wollen wir Norwegen besuchen. Bis dahin bleibt noch ein wenig Zeit für Korsika, Tessin und den Homeruns. Im Herbst wartet die Ötztaler Ache. Leider bin ich noch einige Jahre zu jung für die Sickline-WM. Es wäre das Highlight 2010.
Du bist auch Young Star? Wenn du im Boot sitzt, schütteln die meisten Erwachsenen nur mit dem Kopf und ziehen ihren Hut? Meld dich bei uns! michelle@kajak.at
Sponsoring by HF und Kustersport
Text: Sven Lämmler









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