Perfect Days 2009: Semesterferien in Galizien

Galizien im Frühjahr 2009 - Markus Hummels "Perfect Day 2009". Mit Freunden die Wasserfälle des Rio Castro bezwungen, im Dunkeln am Ausstieg, im Scheinwerferlicht augestiegen - ein erinnerungswürdiger Paddeltag.[br][/br]>> [url="http://kajak.at/202/Perfect_Days_2009_Semesterferien_in_Galizien.html?selWeiter=weiter&selID=a165e0d5-d090-405e-ab88-c5f2957bf813"][b]Bildergalerie[/b][/url]

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Wohin in den Winter-Semesterferien? BWL-Student Markus Hummel erzählt von warmen Semesterferien in Galizien.

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Quelle: Markus Hummel

Wohin wenn die Semesterferien rufen, die Lust auf das Skifahren fehlt und der Geldbeutel nicht wirklich prall gefüllt ist?Schnell war klar, dass es da nicht allzu viele Möglichkeiten gibt. - Korsika im Februar? Wir haben wohl schon oft gehört dass die Wasserstände im Februar Ok sind aber die Temperaturen können uns nicht wirklich überzeugen. Bessere Alternative: Galizien. Temperaturen zwischen 12 und 18 Grand und Flüge die inklusiv Boot gerade mal 150 Euro kosten. Was will man mehr. Schnell noch Gleichgesinnte suchen und die Mietautos buchen. Letztendlich konnten wir dann zwei Fahrzeuge mit Thomas Funke, Michl Sedelmeier, Jörg Hackinger, Ulli Knittel, Benni Herbrügger, Simon Theben, Jonnas Grünewald und meiner Wenigkeit besetzen.

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Quelle: Markus Hummel

Kaum in Santiago de Compostella gelandet war unsere Motivation zu paddeln enorm und obwohl keiner von uns in der Nacht geschlafen hatte und wir total übermüdet waren, konnte uns nichts davon abhalten, bereits am ersten Tag den Rio Deza und den Rio Arnego zu befahren. Ist ja auch kein Wunder wenn man bei -8 Grad abfliegt und bei der Landung 15 Grad und Sonnenschein vorfindet.Nachdem wir allesamt nun schon über 40 Stunden ohne Schlaf auf den Füßen waren, ging es Richtung Schlafplatz am Einstieg des Rio Tea. Aber was wäre das für ein Urlaubsanfang wenn alles reibungslos verlaufen würde: Übermüdet und mit nachlassender Konzentration übersah Ulli einen Stein auf der Straße, welchen die Alufelge wohl nicht überleben sollte.

An den folgenden Tagen standen die Flüsse Rio Tea und Rio Vez auf dem Plan.
Das größte Ziel unserer Reise waren dann die Wasserfälle des Rio Castro Laboreiro. Bereits von Benni vorgewarnt, dass wir für den Fluss mindestens vier Stunden benötigen würden, machten wir uns frühzeitig auf den Weg. Da wir allerdings nicht gleich auf Anhieb den Einstiegsplatz finden konnten und auch das Autoumsetzen länger als geplant dauerte, sind wir erst um 15.30 Uhr aufs Wasser gekommen. Thomas musste, da er in der Hektik seine Schwimmweste, im am Ausstieg stehendem Fahrzeug, vergessen hatte, das zweite Fahrzeug an den Ausstieg bringen. Ein wenig in Eile beeilten wir uns um zügig voran zu kommen, um vor Einbruch der Dunkelheit wieder vom Bach zu kommen. Das Fotografieren wurde daher stark eingeschränkt um Zeit zu gewinnen. An den Fällen angekommen ging der Kampf mit den Dornen los. Um die Fälle zu scouten, sichern und zu fotografieren musste man sich durch das Dornengästrüb, welches den ganzen Berg bedeckt, kämpfen. Dies alles, sowie die Entscheidung eines jeden Einzelnen ob er die Fälle befahren wolle oder nicht dauerte relativ lange und somit war bereits die Sonne hinter dem Berg verschwunden als die erste Gruppe die Fälle befuhr. Erst jetzt wurde uns bewusst, dass wir eigentlich schon viel zu spät dran waren. Nachdem Michel im zweiten Fall ein Paddel verlor und Simon im dritten Fall geschwommen ist, verloren wir weitere Zeit. Nach dem dritten Fall ging der Wettlauf mit der Dämmerung los, da der vierte Fall unfahrbar ist und umtragen werden muss. Zu allem Unglück kam hinzu, das Jonas einen Dorn ins Auge bekam und auf dem Auge nicht mehr richtig sehen bzw. keine Entfernungen mehr einschätzen konnte. Glücklicherweise wurde der Bach auf dem unteren Abschnitt etwas leichter und wir konnten uns aufteilen. Eine kleine Gruppe fuhr vor, um unüberschauliche Stellen zu scouten und die Route anzugeben.

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Quelle: Markus Hummel

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Quelle: Jonasg


Jonas wurde in die Mitte eines Dreiergespannes genommen und den Bach hinuntergeführt, denn übernachten wollte keiner von uns in der Schlucht. Wie befürchtet wurde es dann so dunkel, dass die Sichtweite unter 10 Meter fiel. Wissend, dass der Ausstieg nur noch wenige 100 Meter entfernt sein kann scouteten wir die nächsten Stellen mit Stirnlampen. Kurze Zeit darauf konnte uns auch Thomas, dank der Stirnlampen sichten, der schon nervös nach uns Ausschau gehalten hatte und dann das Auto so ausrichtete, um den Fluss für uns ein wenig auszuleuchten. Auf der Höhe des Autos angekommen entschlossen wir uns abzubrechen. An eine Weiterfahrt bei Dunkelheit und dem damit verbundenen Risiko war nicht zu denken. Mit zwei Macheten bahnten wir uns einen Weg durch die Dornen, den Hang hinauf bis zur Straße, und zogen mit Hilfe des Autos und fünf Wurfsäcken die Boote hinterher.

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Quelle: Markus Hummel

Tags drauf entschieden wir uns für einen Ruhetag mit Barbecue und Lagerfeuer am Abend. Kurz vor dem Schlafengehen beunruhigte uns ein kleiner Buschbrand, welcher ca. 500m unterhalb unserer Zelte tobte. Glücklicherweise drehte dieser nach rechts ab.Nun stand der Rio Cavado auf dem Programm, der letzte Fluss unseres Trips, den wir, da Benni, Ulli, Jonas und Simon schon etwas früher Abreisen mussten, nur im kleinen Team befahren konnten. Wir hatten mal wieder einen wunderschönen Tag mit Rutschen und kleineren Stufen. Die Temperaturen, welche den kompletten Trip über konstant zwischen 15 und 18 Grad waren, sowie Sonnenschein pur ohne eine Wolke am Himmel, ließ unsere Paddlerherzen höher schlagen

Die letzten zwei Tage ging es ans Meer um unsere Klamotten für den Flug zu trocken und in Santiago de Compostella ein wenig Kultur mitzunehmen. Ein Besuch dieser Stadt sowie die Besichtigung der Kathedrale lohnt sich. Vorteil aller Paddler zu dieser Jahreszeit: die Stadt ist noch nicht von Touristen überflutet.
Galizien ist auf jeden Fall ein perfektes Reiseziel um die Saison zu starten, vor allem wenn man nicht bis Ostern zum Korsikatrip warten möchte. Wer rechtzeitig seinen Flug bucht und mit Zelt unterwegs ist, kann auch die Kosten sehr überschaubar halten. Die Temperaturen sind bei 12-18 Grad deutlich über dem Gefrierpunkt und kommen einem viel wärmer vor, wenn man bei Minusgraden aus Deutschland startet. Einzig in der Nacht kann der Gefrierpunkt noch unterschritten werden, weshalb ein warmer Schlafsack zu empfehlen ist.
Da ein Großteil der Berge und Hügel mit Dornengebüsch bedeckt ist sollten die Trockenhosen auf jeden Fall daheim gelassen werden und der alte Neoprenanzug wieder reaktiviert werden.

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Quelle: Markus Hummel

Bild links: Rio LabroBild oben: Santiago de Compostella Text: Markus Hummel

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