David Ernst verbringt gerade ein Auslandssemester in Californien. In der "freien" Zeit zieht es ihn auf die Flüsse der Region. Das Californien nicht nur im Frühling Wildwasser der Spitzenklasse zu bieten hat, zeigt sein erster Bericht für 4-Paddlers aus der Kalifornischen Regenzeit.
Es regnet jetzt schon seit ungefähr einer Woche. Nicht 24/7 aber doch mehr oder weniger beständig. Besonders letzte Nacht hat es ordentlich geschüttet.
Jetzt ist es 8 Uhr morgens und ich stehe auf dem Parkplatz des örtlichen Biosupermarkt „Wildberries“. Hier treffe ich mich mit anderen Paddlern.
Quelle: Dan Menten
Wir entscheiden uns für den Upper South Fork Smith. Das Smith-River-System ist das einzige freifließende/ unverbaute Flusssystem in ganz Kalifornien. Unsere Crew, bestehend aus 8 Personen, macht sich mit 3 Autos auf in die nördlichste Ecke Kaliforniens, in die Costal Range. Hier sind auch einige der größten Bäume der Welt beheimatet, die costal Redwoods – das ist allerdings eine andere Geschichte. Nach gut einer Stunde Autofahrt sind wir am Ausstieg angekommen. Ein Auto lassen wir hier stehen und fahren weiter bis die Straße zu ende ist. Ab hier folgen wir einer dirt road bis es auch hier nicht mehr weitergeht. Jetzt heißt es Boote schultern. Nachdem wir uns umgezogen haben und alles Notwendige für eine Tagestour in unseren Booten verstaut haben machen wir uns auf den 2 Meilen langen Fußmarsch. Im strahlenden Sonnenschein geht es auf einem schmalen Trail am Hang entlang flussauf, wobei wir auf einer Höhe bleiben und somit dem Fluss unter uns immer näher kommen. Nach knapp einer Stunde sind wir am Einstig angekommen. Hier ist ein kleine Hütte an der wir pausieren und uns zum paddeln fertig machen.
Quelle: Dan Menten
Quelle: Dan Menten
Los geht es auf einem kleinen Creek, der in den South Fork Smith mündet. Ca. 10m paddeln wir auf dem Creek, um dann über eine 3m hohe Stufe in den Smith river zu springen. Weiter geht es auf großen Rutschen im Drop and Pool Style. Besonderes die ersten 2 Meilen bieten schönes Wildwasser im 4. Grad und entschädigen für das mühsame Tragen. Es ist super schönes Herbst Wetter und das heißt hier – Indian Summer.
Quelle: Dan Menten
Die Schlucht wird enger und es steht die schwerste Stelle dieses Abschnitts an. Am „Island Rapid“ teilt sich der Fluss in zwei Arme, die zwar beide fahrbar sind, allerdings ist der linke Arm deutlich schwerer und führt auch das meiste Wasser. Wir schwingen vor dem Beginn der Schwierigkeiten ins Kehrwasser und Besichtigen die Stelle von der Insel in Flussmitte.
Dan und ich entscheiden uns für eine Befahrung. Gemeinsam befahren wir hinter einander die erste Stelle. Hier erwische ich die letzte Stufe nicht im optimalen Winkel und muss mich aus dem Rücklauf rauskämpfen. In der nächsten Abschlussstufe kentert Dan, kann aber Hochrollen. Die anderen entscheiden sich nach unserer Vorstellung endgültig gegen eine Befahrung und setzen im rechten Flussarm ein.
Nachdem sich die beiden Flussarme wieder vereinigen und unsere Gruppe beisammen ist finden wir uns oberhalb einer Stufe. Hier fällt der ganze Fluss über ca. 2,5m ab. Raus aus den Booten und Linie suchen. Es tun sich gleich mehrere Linien auf. Als erster leg ich los und fahr über eine Rutsche mit Abschluss-Kicker. Unten angekommen will ich auch noch unbedingt den kleinen Abfall etwas weiter links befahren. Gesagt, getan. Der Boof macht deutlich mehr Spaß und ist auch etwas anspruchsvoller.
Weiter geht es auf Wildwasser 4 bis wir am letzten schweren Katarakt ankommen. Hier reihen sich auf 500m Walzen und Abfälle hintereinander. Bleibt man auf der linken Seite an der Wand ist das ganze kein großes Problem. Brondon wird im ersten Abfall aufgemischt und kommt auch auf dem Rest der Strecke auf keine gute Linie. Aber er schafft es schließlich und kommt zwar erschöpft aber im Boot unten an.
Quelle: Menten Dan
Quelle: Menten Dan
Nach diesem Rapid geht es auf Wildwasser 2-3 zum Ausstieg. Auch wenn der Fluss wildwassertechnisch keine Herausforderung mehr stellt ist die Szenerie sehenswert. Mit blendender Sonne und Regenbogen im Rücken treiben wir die letzten Meilen Richtung Ausstieg.
Auf der Rückfahrt nach Arcata geht die Sonne unter und ein toller Paddeltag geht zu Ende. Das war der erste Paddeltag in der Regensaison – ich bin begeistert!
Quelle: Menten Dan
Quelle: David Ernst
Über David: David absolviert zur Zeit ein Auslandssemester in Arcata, California, U.S. Neben dem Studium macht er die Bäche der Region unsicher. Zusammen mit Florian Petry produziert David unter dem Label 1596Media Filme (CORSICA whitewaterguide) und filmt auf Kajakveranstaltungen. Mehr dazu gibt es auf 1596Media.com. Unterstützt wird David von Blissstick, °hf, denk.com und paddle-people.
Text: David Ernst









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