Der Schnee liegt vor der Haustür und so ist es Zeit wieder zu verreisen. Fünf Monate wird Ron Fischer diesmal unterwegs sein, dabei einmal um die Welt fliegen, neue und altbekannte Länder bereisen.
Zuerst geht es zusammen mit vier anderen Schweizern nach Nepal. Ruedi Raschle, Toro Roggenmoser, Luke Wielatt und Simon Hirter - Die wahrscheindlich coolste Crew der Welt! In Nepal werden wir versuchen den Barun auf gesamter Länge bis zur Mündung in den Arun zu befahren und von dort weiter bis in den Sun Kosi. Ca zwei Wochen werden wir unterwegs sein. Danach bleibe ich noch weitere 4 Wochen in Nepal.
Nächster Stop ist Bali. Mit Benjamin Herbrüggern gehts nach einer Woche surfen ab nach Java zum Kajak fahren! Freue mich meega auf den Trip. Warmes Wasser, tropisches Klima, Affen, gefährliche Strassen, unkontrollierbare Verkehrsteilnehmer, lautes Gehuupe, cheep y cheep, .... woopwoop!
Einmal mehr gehts zum Schluss nach Patagonien. Diesmal jedoch ganzganz runter bis zu den Torres del Peine. Dort gibt es viel Wildwasser- Neuland umgeben von atemberaubender Natur!
Quelle: Ron Fischer
Der Anflug nach Kathmandu war wunderschön. Dank super Wetter und perfekter Sitzposition im Flieger konnten wir das ganze Himalaya Gebirge bestaunen. Annapurna, Dhaulagiri, Manaslu, alles 8000er waren perfekt zu sehen. Anschliessend bei der Ankunft der übliche Kulturschock. Besonders für unsere Nepal- Neulinge Simon, Ruedi und Toro war die Fahrt mit dem Taxi vom Flughafen zur Holy Lodge ein ganz besonderes Highlight. Viel Verkehr, ein Gedränge, Meschen ohne Ende, Gemüse- und Ramschhändler am Strassenrand, viel Gehupe und eine Luftqualität die einem das Rauchen erspart. Wegen der Zeitverschiebung sind wir schlussendlich fast 40 Stunden auf den Beinen gewesen, bis wir uns endlich auf die die Holzpritschen in der Holy Lodge legen konnten.
Quelle: Ron Fischer
Dann konnten wir alles Nötige für unsere bevorstehende Mission regeln. Geplant war ja im vornherein, dass wir nach zwei Tagen warm up auf dem Bothe Kosi nach Tumblingtar fliegen, von dort weiter mit Jeep und zu Fuss bis an den Fuss vom Makalu (8463m.ü.M) und dann die unbekannte Schlucht vom Barun befahren. Leider ist durch den Monsun die Landebahn in Tumblingtar zerstört worden und so kann bis auf weiteres kein Flieger dort landen. Hmmm, was machen wir jetzt? Auf den Barun und den folgenden Arun wollten wir unbedingt, doch von Kathmandu sind es über 20 Stunden mit dem Bus. Die Lösung um die Hinreise zum Barun angenehmer zu gestallten, fanden wir mit dem Blick auf die Kartet: Morgen werden wir mit dem Bus ca drei Stunden zum Bothe Kosi fahren und uns dort zwei Tage warm paddeln. Von dort können wir direkt weiter über den Berg zum Tamba Kosi. Mithilfe von Trägern werden wir hier ein Tag den Fluss hochtragen um auch den oberen schönen Abschnitt paddeln zu können, danach folgen wir dem Tamba bis runter zur Mündung in den SunKosi, hängen dort weitere 180km auf traumhaftem Wuchtwasser an und gelangen so bis zum Ausstieg vom Arun, von wo es nur noch wenige Stunden mit dem Jeep bis zum eigentlichen Ausgangspunkt für den Barun sind.
1977 hat sich das erste Mal ein Team von vier Amerikanern und einem Nepalesen am Arun versucht. Schon nach wenigen Meter ist das Raft geflippt. Alle schafften es schwimmend ans Ufer zurück, zwei von ihnen jedoch auf der falschen Flussseite wo sie eine Nacht ohne Feuer, Schlafsack und trockene Kleider verbringen mussten. Am nächsten morgen sprangen sie in die kalten Fluten und schwammen Flussabwärts zur anderen Seite. Von dort konnten sie zurück ins nächste Dorf laufen, über mehrere Tage und nur in Unterwäsche! 1988 versuchten zwei Frauen den Arun mit dem Kajak zu befahren. Auch sie verloren schon nach wenigen Kilometer die Boote und alles Material und mussten ebenfalls zu Fuss zurück. Es gibt noch viel mehr Räubergeschichten über Befahrungen des Arun, obwohl dies über die Jahre erst wenige Teams gemacht haben.Die einen schrecken vor einer Befahrung des Arun aufgrund solchen Räuberpistolen (Geschichten) zurück, die anderen wollen umso mehr selbst herausfinden wie der Fluss wirklich ist.
Seit Lukas und ich vor zwei Jahren in Nepal waren stand der Arun weit oben auf unserer „to do“ Liste. Auch der Barun, einer seiner Zuflüsse, hörte sich interessant an und natürlich der Arun oberhalb vom normalen Einstieg.
Viele Flüsse in Nepal sind weit ab von der Strasse und nur zu Fuss oder per Flugzeug zu erreichen. Um zum Arun zu kommen fliegt man am besten nach Tumblingtar, mietet dort einen Jeep der einen bis ans Strassenende bringt und geht dann zu Fuss ein Tag bis zum normalen Einstieg. Die Landebahn in Tumblingtar wurde durch den Monsun stark beschädigt und keine Airline flog Anfang November dort hin. Option Nr. 2 wäre den ganzen Weg in den Osten mit dem Bus zu machen, das beansprucht jedoch mindestens zwei Tage und ist nicht gerade komfortabel. Diejenigen die schon einmal in Nepal mit dem Localbus gefahren sind verstehen was ich meine. So entschieden wir uns für Option Nr. 3, in den Osten zu paddeln!
Quelle: Ron Fischer
Quelle: Ron Fischer
Zum Aufwärmen paddelten wir den Bothe Kosi, vier Busstunden von Kathmandu entfernt. Am Ausstieg nahmen wir den Bus weiter nach Charikot und von dort einen Jeep nach Singothi zum Einstieg vom Tamba Kosi. Zwei Tage Traum Wildwasser führten uns zum „Lehrer“. Vor zwei Jahren sind wir schon hier gepaddelt und als wir in einem Dorf nach einer Unterkunft fragten, lud uns der Lehrer vom Ort zu sich nach Hause ein. Er lebt mit seiner Familie, Grosseltern und der Familie vom Bruder wunderschön in mitten von Reisfeldern. Auf seinem Hof hat es Büffel, Kühe, Ziegen, Hühner, Katzen und einen Hund. Alles ist sehr gepflegt, der Boden wird jeden Tag gewischt und so ist sein Zuhause nicht ganz Nepal typisch. Als wir dieses Jahr wieder zu ihm nach Hause kamen traute er zuerst seinen Augen nicht. Die ganze Familie konnte sich bestens an Lukas und mich erinnern und freute sich einfach riesig, dass wir wieder kamen. Es gab wieder „Dahl Baht“ (Reis mit Linsen essen Napalis jeden Tag zwei mal) zu Essen, genau wie vor zwei Jahren im Innenhof am Boden ohne Gabel und Löffel. Es schien als wäre die Zeit stillgestanden. Ausser das die älteste Tochter jetzt in Kathmandu am studieren ist und alle zwei Jahre älter geworden sind ist noch alles gleich wie vorher. Keine Touristen, keine neuen Strassen, kein Strom, immer noch der Bauer nebenan der mit seinen Ochsen den Acker pflügt.
Quelle: Ron Fischer
Quelle: Ron Fischer
Am nächsten Morgen verabschiedeten wir uns ohne zu versprechen, dass wir wieder kommen was alle etwas traurig gemacht hat. Wir paddelten weiter und nach ein paar Stunden waren wir beim Zusammenfluss mit dem Sun Kosi. Der Sun Kosi ist eine klassische Rafttour in Nepal. Fast täglich werden hier Touristen runtergeschippert, 10 Tage dauert ein komerzieller Trip. Das meiste ist Flachwasser, zwischendurch gespickt mit coolen Stromschnellen. Der Fluss fliesst 180 Kilometer von West nach Ost und erspart uns somit die Busfahrerei zum Arun. Die Landschaft ist wunderschön und wir fanden jeden Abend schöne Sandstrände zum übernachten. Nach drei Tagen waren wir beim Zusammenfluss mit dem Arun und somit beim Ausstieg.
In Daran gab es wiedermal ein richtiges Abendessen in einem westlichen Restaurant und im Supermarkt konnten wir unsere Snickers und Red Bull Vorräte für den Arun aufstocken. Am nächsten Morgen machten wir uns auf in Richtung Tumblingtar. Zuerst mit dem Bus, dann Jeep........ Was wir alles erlebt haben auf dem Weg zum Einstieg, auf dem Fluss und auf der Rückreise erfährt ihr im nächsten Bericht. Räuberpistolen garantiert!
Text: Ron Fischer









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