Auf zu wilden Taten! Teil 7

Lagerfeuer, campen, Hochwasser und der Futaleufu, und den Weg zum Rio Baker planen - es könnte kaum schöner sein. Doch so ganz ohne Hindernisse kommt Ron nicht zum Rio Baker.

TopSiteNews Argentinien

Doch eines Morgens wird Ron ungewollt früh von Severin aus dem Bett geholt. "Es ist etwas passiert, was genau erzähle ich dir auf dem Weg." Ron war noch im Halbschlaf und hatte keinen Schimmer was jetzt auf ihn zu kommt. "Ich konnte nur irgend etwas mit seiner neuen argentinischen Freundin vermuten.", erzählt Ron. Beim Hochlaufen erzählt Sev dann, dass er am frühen Morgen seiner Freundin das Mietauto kurz ausgeliehen hat um etwas zu erledigen. "Ihr Zielort war nur vier Kilometer entfernt, doch kaum in der Hälfte hat das liebe Mädel die Strasse mit dem Fluss und das Auto mit einem Freestylekajak verwechselt und zu einer "Airscrew" (360 Grad Drehung in der Längsachse mit dem Kajak in der Luft, ausgeführt auf großen Wellen von Profis) angesetzt. Leider hat sie den Move nicht ganz "gesticked" (gestanden) und ist nach einem Überschlag auf der Seite liegengeblieben. Ein unglaubliches Glück, dass ihr und auch unserem Material nichts dabei passiert ist!", erzählt Ron nach dem großen Schreck.

Chile Futaleufu

Quelle: Ron Fischer

Vorbei war es fürs erste mit der Futa-Idylle. Vermieter kontaktieren, Auto entsorgen (Totalschaden), wer ist gefahren? Die Fahrerin hatte keinen Führerschein für Chile. Kriegen die Jungs ein neues Auto (bestimmt nicht in Futaleufu)? Geld zurück das schon bezahlt wurde? Wie weiter?? "Viele Fragen und Dinge zu erledigen, für den ersten Moment alles einfach nur sch....e! Ich brauchte etwas Zeit an dem Morgen um positives in dem Ganzem zu sehen und das war ganz simpel: 'Wir sind am Futaleufu, dem schönstem Fluss auf Erden, umgeben von atemberaubender Landschaft und lieben, hilfsbereiten und gastfreundlichen Leuten und es gibt keinen besseren Ort um festzusitzen!'", berichtet Ron.

Chile Futa

Quelle: Ron Fischer

Trotzdem waren die nächsten Tage nicht immer einfach. Die Gruppe wollte unbedingt auf den Fluss, aber musste auch immer wieder hoch nach Futa ins Dorf zur Polizei und um zu telefonieren. Viel Verkehr war auf der Strasse nicht und wenn sie dann noch zu viert mit den Kajaks am Strassenrand standen und den Daumen raushielten brauchte es viel Glück um wegzukommen. Dank anderen Paddlern und Raftfirmen schafften sie es dann aber doch meistens irgendwie. An zwei Tagen jedoch hatten sie keine Lust. Es war kalt und regnete in Strömen. "Wir schafften es trotz nassem Holz aus dem 'Coldpool' nach sieben Stunden harter Feuerei einen 'Hotpool' zu machen und die Welt war wieder in Ordnung. Basti zog grosse Fische aus dem Fluss und ich nuzte den Ofen im Pool gleich um das halbe Lamm zu braten. Kulinarische Highlights und lustige Abende!", schwärmt Ron.

Figo, ein Peruaner, der schon seit 25 Jahren jede Sommersaison zum Futa runter fährt, gesellte sich öfters zu der Gruppe. Er hat direkt oberhalb vom "Terminator" (längster Rapid am Futa) ein Stück Land und ein Haus, fähr einen Toyota Hiace, paddelt selber nicht, fährt aber das Kataraft durch die grossen Rapids. "Wir erzählten ihm von unserem Wunsch weiter in den Süden zum Rio Baker zu fahren und er war sofort begeistert und bot sich uns als Fahrer an. Drei Tage später, nachdem er sein Auto beim Mechaniker nochmals auf Vordermann gebracht hatte, luden wir unsere fünf Kajaks aufs Dach und los gings.", erzählt Ron.

Chile Futaleufu

Quelle: Ron Fischer

Auf dem Weg nach Coyhaique regnete es in Strömen, die Straßen dort bestehen aus Schotter und Schlaglöchern und bereits nach einer Stunde Fahrt hatte der Toyota den ersten platten Reifen. Natürlich kein Problem fürs Erste - schnell wechseln und weiter gehts. Wieder eine Stunde später war dann der zweite Reifen platt und die Jungs standen ohne weiteren Ersatz mitten in der chilenischen Pampa am Straßenrand. Zum Glück war es ins nächste Dorf nicht mehr sehr weit, trotzdem rechneten alle mit einem längeren Aufenthalt und machten gleich ein Lagerfeuer auf der Strasse. Per Anhalter schaffte es Fico jedoch innerhalb einer Stunde mit den kaputten Reifen ins Dorf und mit einem ganzen wieder zurück. Langsam waren ziemlich durchnässt und froh in La Junta einen feinen Burger und ein warmes und trockenes Bett zu finden.

Chile Ventisqiero

Quelle: Ron Fischer

Am nächsten Morgen war TÜF-Tag in La Junta. Einmal im Jahr ist es möglich im kleinen Dörfchen den TÜF für sein Auto zu machen, ansonsten müsste man nach Coyahique das allerdings mehrere Stunden entfernt ist. Fico stand also früh auf um als erster in der Reihe zu stehen. Den ersten Test schaffte der 20 Jahre alte Toyota schon mal nicht. Das Bremslicht muss geflickt werden und ein Seitenspiegel vorne links musste her.
Zwei Stunden später, mit etwas weniger Schmiergeld in der Tasche waren, gings weiter gegen Süden. Das Tagesziel war Coyahique und dazwischen noch ein kurzer Run auf dem Rio Ventisqiero.Am Rio Ventisqiero

In Coyahique saß Ron schon vor zwei Jahren für vier Tage fest. Damals war es ein Problem mit dem Alternator am Auto. "Was jetzt kommt könnt ihr euch denken. Kaum in der Stadt angekommen macht das Getriebe Probleme. Wir sassen wieder drei Tage fest bevor wir endlich weiter zum Rio Baker konnten. Immerhin hatten wir während der Wartezeit unseren Spass in der Disco und beim Pool spielen! Als wir endlich wieder "on the road" waren war die Stimmung perfekt, acht Stunden und 270km Schotterpiste später waren wir froh endlich am Baker zu sein und was Essen zu können. Das war allerdings nicht sehr einfach...", berichtet Ron.

Ob Ron es schlussendlich noch bis zum Rio Baker schafft, gibt es im letzten Teil!

Text: Ron Fischer & Michelle Hombach

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