Die zweite Woche des Teams auf Sumatra. Nach langer Anrese steht der Ashan auf dem programm, doch statt geglaubter regulierter Wassermenge gibt es Hochwasser![br][/br][url="http://kajak.at/202/Auf_in_den_Dschungel_Teil_2.html?selWeiter=weiter&selID=f5f33509-5642-40e9-bb74-b7eeb4b3d0a5"][b]Bilder der zweiten Woche >>[/b][/url]
Nach einer langen Auto- und Fährfahrt ist das Team am Ashan angekommen - der aufgrund mehrere Kraftwerke einen konstanten Wasserstand hat. Doch es soll anders kommen - aufgrund von Reparaturarbeiten am Kraftwerk führt der Ashan Hochwasser...
Quelle: Team 2009 Sumatra
Der erste Sonntag war Ruhetag, am Montag gings noch mal zum Filmen auf den Cibareno. Am Dienstagabend waren wir in Lampung auf Sumatra. Dafür haben wir uns einige Zeit in Jakarta in den Stau gestellt, ich hab bei Kentucky anstatt Hotwings mal wieder Unmengen an Hähnchenteilen erstanden. Die Verständigungsprobleme und der günstige Rupiah machens möglich. Ich muss aber zugeben, dass ich so was schon mal in Penrith fertig gebracht habe.Na ja, dann also Fähre und noch ein paar Stunden mit dem Auto.
Abends waren wir zu Gast bei Delphi, der uns mitteilte, dass er schon das Spezialfahrzeug mit so was wie Schneeketten organisiert habe und 40 km Fluss auf uns warten würden, von denen niemand etwas weiß. Nach einigen Überlegungen gings am nächsten Tag wieder zurück nach Jakarta. Am Donnerstag um 7 Uhr startete die Maschine mit uns nach Medan. Sechs Stunden später waren wir in Halims Haus am Asahan.
Von Montagabend bis Freitagmorgen nur Zeit totschlagen. Überflüssig zu erwähnen, dass das etwas aufs Gemüt schlagen kann. Was ich allerdings noch erwähnen muss, ist dass Sam und Toby ab Medan die Heimreise angetreten haben, zurück nach Neuseeland.
Quelle: Team 2009 Sumatra
Der Tobasee: Paddeln im größten Kratersee der Welt.
Die Vulkane sind sehr real:
Vor ca. 100.000 Jahren gab es einen Riesenrumms: Die größte vulkanische Katastrophe, die sich jemals auf der Erde ereignete, erschütterte die friedlich vor sich hindämmernde Tropeninsel Sumatra. Die Eruption hatte mehr als 1000 mal die Kraft der von Mt. St Helens. 2000 Kubikkilometer ( ! ) Material wurden in die Athmosphäre geschleudert ( Mt St Helens: lächerliche 0,6 Kubikkilometer ). Ein Teil von dem Zeug flog bis nach Sri Langka.
Das Riesenloch füllte sich im Laufe der Jahrtausende mit Wasser; es entstand Lake Toba, der größte Vulkansee der Welt, ca. 600 m tief, ungefähr doppelt so groß wie der Bodensee. Der Tobasee ist von der UNESCO zum ' World - Heritage' erklärt worden. Eine geradezu surrealistische Landschaft,- etwa wie Schottland mit Palmen bei besserem Wetter: ganzjährig Sommer, aber nicht zu heiß, der Seespiegel liegt 900 m über NN. Wassertemperaturen um 25 Grad. Hat man ein Touringkayak mitgebracht, kann man die ' Insel der Kannibalen ' in ca. vier Tagen umrunden.
Quelle: Team 2009 Sumatra
Von Kannibalen zu kajakfreundlichen BusfahrernMenschenfresser auf Sumatra ? - Auch kein Klischee: Mitten im Tobasee befindet sich die Insel Samosir, Heimat der Batakbevölkerung, deren kulinarische Gewohnheiten durchaus in einen ' Indie -Film' passen. Noch heute wird im Tobaseegebiet gegrillter Hund oder Affe serviert. Wie Ethnologen berichteten, stand Menschenfleisch nicht zum Zweck der Ernährung auf der Speisekarte. Vielmehr war es eine Form der Bestrafung von Kapitalverbrechen, bei der die Verurteilten an Pfähle gebunden wurden und schliesslich als Barbeque endeten.Mit diesen exotischen Ritualen hatte es erst im 19.Jahrhundert ein Ende, als es dem deutschen Missionar Nommensen gelang, mit Fidel und Bibel dem Kochtopf der Bataks zu entrinnen und das Gebiet um den Tobasee zu christianisieren.Heutzutage sind die Bataks als Busfahrer kaum weniger wild. Das ist praktisch, denn sie schrecken auch nicht davor zurück, unsere Kayaks auf den Dächern ihrer Busse zu transportieren, inmitten von Reis- und Zementsäcken, Ziegen, und sonstigem Gerümpel, - Busfahren in Asien eben.Kayaktransport auf Sumatra mit öffentlichen Bussen ist zwar spottbillig - jedoch nur für hartgesottene, bequemer und sicherer mit gechartertem Minibus, - ca. 40 Euro pro Tag incl. Fahrer.
ASAHAN - Valley : Verwunschenes Tal mit verdammtem Fluss
' These are the days of lasers in the jungles, - lasers in the jungles somewhere " ( Paul Simon )
' In some ways the Asahan is more challenging than the Zambesi ' ( Tao Bermann )
Wer sich den busfahrenden Nachkommen der Kannibalen anvertraut, braucht 2 Stunden für die Fahrt vom Tobasee zu dem einzigen Fluss, der den Krater entäessert - dem Asahan. Der Asahan ist ein verdammter Fluss: drei Staudämme der INALUM Company produzieren Saft für eine Aluminiumverhuettung an der Ostküste. " Bähhh, Staudämme… " ich weiß … - Aber im Falle des Asahan stören uns die Dämme nicht: ohne Dämme keine Straße , ohne Straße wäre das Tal unerreichbar. Der Oberlauf des Asahan wäre ohnehin unbefahrbar: der gesamte Fluss stürzte über die 200 m hohen Siguragura Faelle in die Tiefe, dann noch mal über den 50 m hohen Tangga- Fall. Seit der Fertigstellung dieser Dämme in den 70er Jahren fliesst nur wenig Wasser über die Fälle, die aber nach wie vor ein spektakulaeres Panorama in der Urwaldlandschaft abgeben und eine Herausforderung für Kletterer sind.
Die INALUM Company ist an konstanter Stromerzeugung und somit an einer ganzjährig konstanten Wassermenge interessiert - genau wie wir ! 100 Kubikmeter / sek donnern das ganze Jahr den Asahan hinunter - ebenso konstant die Wassertemperatur mit 25 Grad C. Ideale Bedingungen inmitten einer faszinierenden Landschaft, in der tropischer Regenwald mit Reisfeldern, Ölpalmen und Kaffeesträuchern wechseln.
Der Asahan-River wusste uns aber sofort am ersten Tag zu entschädigen. Wegen Bauarbeiten am Wasserkraftwerk lief ordentlich Wasser in einem Zufluss zum Asahan, den wir somit erstbefahren konnten. Beeindruckend war vor allem der Harimo-Wasserfall direkt oberhalb des Einstieges. Harimo ist indonesisch für Tiger und das man sich von den Sumatra-Tigern fern halten soll, steht ja außer Frage. Als wir auf den Fall zufuhren, dachte ich, er wäre gute 30 Meter, cool. Dann liefen die Schätzungen auf etwa 40 Meter hinaus, bis ich am Ufer entlang kraxelte, um einen besseren Vergleich zu kriegen. Mit Hilfe des Videos grob ausgemessen hat das Ding 50 bis 60 Meter. Die Unmengen an Wasser lassen ihn nur auf den ersten Blick etwas kleiner erscheinen. Keine Ahnung was passiert wäre, wenn wir eher von Taylor Bradts neuem 56-Meter-Rekord gehört hätten, aber in dem Moment war die Angst vor dem Aufschlag größer als unsere Abenteuerlust.
Quelle: Team 2009 Sumatra
Quelle: Team 2009 Sumatra
Quelle: Team 2009 Sumatra
Freitag und Samstag ging es dann beide Male den oberen Asahan runter. Riesige Wellen und Walzen – in etwa wie untere Ötz bei richtig Suppe, aber das ganze mit warmem Wasser und dafür etwas größer.Heute war Ostersonntag und wir sind zu einem Seitenbach, der einen schönen 10 bis 12 Meter hohen Fall hat, heute aber leider kaum Wasser. Mehr als ein Sprung ohne Boot war nicht drin.Dann wollten wir noch den Shit-Creek scouten. Wir werden dann wohl morgen ein paar hundert Meter davon befahren. Wir steigen unter einer Kombination aus 12 Meter, 20 Meter, 5 Meter und 2 Meter-Drops ein. Der Hammer! In der Horizontalen geht es nicht so weit. Leider kommt man nicht nahe genug dran, um sich die Pools genau anzusehen, aber definitiv sehenswert.
Text: Fabian Dörfler und Georg Jackstadt









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