Solo-Umrundung von Australien im Seekajak durch Freya Hoffmeister

Die international bekannte Seekajakerin Freya Hoffmeister hat 2007 mit ihrem Mitpaddler Greg Stamer Island umrundet. Zum Jahreswechsel 07/08 hat sie solo die Südinsel von Neuseeland umrundet. Ende Dezember startet Freya mit der Umrundung von Australien.

TopSiteNews Freya Hoffmeister
Freya Hoffmeister Seekajak

Quelle: Greg Stamer

Nach der Umrundung von Island in der Rekordzeit von 33 Tagen im Jahr 2007 und nachfolgend der Südinsel von Neuseeland in 70 Tagen startet die Seekajakerin Freya Hoffmeister nun 2008/2009 die Solo-Umrundung Australiens.

Konkret sind das 15.000 km paddeln in knapp einem Jahr, das macht rechnerisch im Schnitt gute 40 km pro Tag. Rechnet man Pausen und z. B. wetterbedingte Unterbrechungen hinzu, so kommen leicht 60 km pro Tag zustande. Bisher hat erst ein Mensch, Paul Caffyn, dies vor 27 Jahren geschafft. Freya wäre nun die zweite überhaupt und die erste Frau. Und das solo, nur aus eigener Kraft.

Freya Hoffmeister Seekajak

Quelle: Paul Caffyn

Auf der Kanumesse in Nürnberg zeigte Freya beeindruckende Dias von ihren bisherigen Touren. Kajak.at nutzte die Gelegenheit für ein Gespräch über ihr geplantes außergewöhnliches Abenteuer.

Freya Hoffmeister paddelt seit 13 Jahren und machte ihre ersten Erfahrungen in einem Faltboot. Schon bald entdeckte sie aber ihre Leidenschaft für das Seekajakpaddeln und insbesondere die Umrundung von Inseln, anstelle von A nach B zu paddeln.

Wie bereitet man sich auf so ein Abenteuer vor? In erster Linie durch das Knüpfen von Kontakten! Denn ohne feste Support-Crew ist man auf die Unterstützung Einzelner entlang der langen Strecke angewiesen. Und so besteht die Vorbereitung denn im Wesentlichen aus Emails und nicht aus Trainingskilometern. Networking würde man neudeutsch sagen. Die Versorgung mit den aktuellen und (über-)lebenswichtigen Wetterinformationen kommt z. B. von einem holländischen Freund mit Wohnsitz in Israel.

Besondere Schwierigkeiten? Jede Menge! Z. B. große Salzwasserkrokodile, welche durchaus ein paar Kilometer ins Meer hinaus schwimmen. Abhilfe durch Meiden von Flussmündungen und trübem Wasser, bevorzugte Anlandeplätze eher draussen und mit klarem Wasser, auch Wellen sind vorteilhaft.

Essen kann für bis zu vier Wochen im Kajak mitgeführt werden, Trinkwasser aber nicht. Vor allem bei längeren Überquerungen muss Wasser entsalzt und gefiltert werden, das Gerät dazu
wiegt aber einiges. Auch an der Küste gibt es nicht unbedingt überall Trinkwasser. Das Organisieren von Depots für Nahrungsmittel und Wasser ist daher ein wesentlicher Bestandteil der Vorbereitung.

Freya Hoffmeister Island 2007

Quelle: Stamer Greg

Die längste Querung auf offener See dauert geplante sieben Tage über den Golf von Carpentaria im Norden Australiens. Da ist auch Schlaf ein Thema. Nicht im Liegen, aber mit einem aufblasbaren Ball vor sich auf der Spritzdecke, auf den man den Oberkörper legen kann. Und damit das Kajak nicht umkippt eine seitliche Stabilisierung, z. B. mit Luftschläuchen oder einem Ausleger. Das hört sich einfach an, aber das Meer ist hier flach und Wind kann zu erheblichem Wellengang führen. Spannende Nächte sind also garantiert.

Spezielles Metaltraining? Fehlanzeige! Gleichwohl spricht Freya ausschließlich von der tatsächlichen Umrundung Australiens und niemals von einem Versuch dazu. Spräche sie von einem Versuch, so bliebe es wohl nur bei einem Versuch, meinte sie im Gespräch. Sie hat ein klares Bild davon im Kopf, wie sie den Zielhafen erreicht.

kajak.at wünscht Freya vollen Erfolg bei ihrem wagemutigen Unternehmen!

Interview: Wolfgang Amslinger
Nähere Infos findet ihr auf der Website von Freya unter qajaqunderground.com/

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1 Kommentar

  1. TrustedPaddler

    Hallo,

    herrlicher Artikel, das weckt Fernweh!
    Gute Fahrt am Wasser und erholsame Landstationen
    wünscht

    Stefan

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