Am Abschlusstag der Weltmeisterschaft in der Wildwasserabfahrt im italienischen Ivrea sicherten sich die Deutschen ihre Medaillen zehn und elf. Auch das österreichische Herren-Team konnte noch einmal glänzen und sicherte sich nach über 20 Jahren wieder eine Medaille im Teamwettbewerb.
Einzel Sprint
Bereits am Samstag fanden bei der Wildwasser Kanu Weltmeisterschaft die letzten Einzelentscheidungen statt. Besonders spannend verlief die Entscheidung bei den Kajak-Herren auf der Sprintstrecke. Bei den Damen mußte erst die Jury entscheiden.
Der Kölner Niels Verhoef verpasst mit zwei grandiosen Läufen nur knapp das Podest und landet auf Platz vier. Im ersten Lauf kostete ihn ein kurzer Fehler im oberen Teil der Strecke wertvolle Zeit und er startete als siebter in den zweiten Lauf. Dort gelang ihm auf der technisch Foto: Dominik Pesch
sehr anspruchsvollen Strecke eine fehlerfreie Fahrt, die ihn dann noch auf Platz vier vorschob. Es gewann der Slowene Tomislav Leban vor Rudy Gerard aus Frankreich und Tomas Slovak aus Tschechien. Der Kölner Sebastian Verhoef lag nach dem ersten Lauf noch aussichtsreich auf Platz vier, konnte seinen Platz aber nicht halten und fiel auf Rang 10 zurück. Der Klagenfurter Gerhard Schmid erreichte einen achten Platz.
Große Aufregung im Feld der Kajak-Damen.
Als erste deutsche Dame ging Birgit Bach ins Rennen. Sie kam nach einem mäßigen ersten Lauf und einem Dreher im zweiten auf Platz 20. Kurz vor Manuela Stöberl kenterte eine japanische Fahrerin wodurch Stöberl behindert wurde.Foto: Martin Ulrich
Ein Protest des deutschen Teams ermöglichte ihr einen Neustart, der ihr im ersten Lauf den 19. Platz einbrachte. Im zweiten Lauf verbesserte sie sich auf den 12. Platz.
Auch Silke Kassner drehte sich im zweiten Lauf und belegte im Endklassement Platz 17. Kassner qualifizierte sich somit auch für eine Teilnahme am Teamrennen.Als fünftbeste erreichte Sabine Füßer eine gute Ausgangsposition für den zweiten Lauf. Dieser gelang ihr fehlerfrei und sie konnte sich hinter Petra Slovakova aus Tschechien und Nathalie Gastineau aus Frankreich die Bronzemedaille sichern.
Im Feld der Zweier-Canadier erreichten Schmitz-Knippling und Trzoska-Göbel die Plätze 8 und 9.Foto: Normen Weber
Foto: Niels VerhoefFoto: Sabine Füßer
Team Sprint
Am letzten Tag der Weltmeisterschaften im Kanu-Wildwasserrennsport ging das Team des deutschen Kanuverbandes weiter auf Medaillenjagd aber auch die Österreicher lagen auf der Lauer. Für alle Teams galt es nun erst einmal überhaupt zwei Läufe bis ins Ziel zu bringen. Bereits im ersten Lauf gab es bei den großen Nationen wie Frankreich und Italien einige Ausfälle. Das Team der Kajakherren mit Tobias Bong und den Brüdern Niels und Sebastian Verhoef lag trotz eines Fahrfehlers auf der anspruchsvollen Strecke nach dem ersten Lauf in aussichtsreicher Position auf Platz vier mit nur einem geringen Rückstand auf einen Podiumsplatz. Sie setzten alles auf den zweiten Lauf. Kurz vor dem Ende des schwierigsten Teils der Strecke verlor Niels Verhoef die Ideallinie und konnte sein Boot nur mit Mühe wieder in Schwung bringen. Es reichte zwar für eine Bestzeit im Ziel diese konnte aber von den nachfolgenden Teams aus Slovenien, Österreich und Italien nochmals unterboten werden. Das deutsche Team gewann somit nur Blech. Besser lief es für das 3-köpfige Team des Kajakvereins Klagenfurt. Sie konnte sich den Vizeweltmeistertitel im Regatta-Sprint sichern. Manuel Filzwieser, Harald Hudetz und Gerhard Schmid lagen nach dem ersten Durchgang auf Bronzemadaillenkurs. Nach einem Toplauf im zweiten Durchgang mussten sie sich nur den slowischen Weltmeistern geschlagen geben.
Fotos oben: Teamrennen im K1 und C1
Für die Herren der österreichischen Nationalmannschaft ist dies die erste Medaille seit der Weltmeisterschaft in Meran (ITA) 1983. "Wir können es kaum fassen! Zwei perfekte Läufe zum perfekten Zeitpunkt!" so die strahlenden Sieger Filzwieser, Hudetz und Schmid.
Im Einer-Canadier kam das Weltmeisterteam der Classicstrecke im ersten Lauf nicht gut zurecht und machte viele Fehler. Dennoch konnten sich die Deutschen auf den ersten Platz schieben, da auch niemand der übrigen Nationen die Strecke ohne Drehungen und Kenterungen bewältigen konnte. Der zweite Lauf war als Sicherheitslauf geplant, nachdem jedoch das französische Team einen fehlerfreien zweiten Lauf absolvierte mussten die Deutschen nachlegen. Im letzten Teil der Strecke drehte sich Dominik Pesch das Team verlor wertvolle Zeit. Am Ende reichte es für den dritten Platz. Normen Weber machte mit dieser Medaille seine Sammlung bei dieser WM komplett, indem er Gold im Classicteam, Silber im Classiceinzel und Bronze im Sprintteam gewinnen konnte. Im Zweier-Canadier siegte die Mannschaft aus Frankreich vor Tschechien und der Slovakei.
Mit einer souveränen Fahrt sichern sich die deutschen Damen die Poleposition nach dem ersten Lauf und dürfen als letzte Mannschaft die Rennen um die Weltmeisterschaft beenden. Ein Fehler im letzten Streckenabschnitt kostete viel Zeit und sie konnten die Siegerzeit der Französinnen und der Engländerinnen nicht mehr unterbieten. Das deutsche Team mit Manuela Stöberl, Sabine Füßer und Silke Kassner kam auf Platz drei.
Das deutsche Team beendet die Weltmeisterschaft mit insgesamt 11 Medaillen (2x Gold, 5x Silber und 4x Bronze) und gewinnt außerdem die Gesamtwertung um den Nationencup der Classicwettkämpfe. Aus ihrer Sicht sensationell schneiden auch die Österreicher ab. Mit zwei Medaillen konnte das beste Resultat seit 20 Jahren erzielt werden. Die Gesamtwertung gewann die Nationalmannschaft aus Frankreich.
Text: Manuela Gawehn / www.wildwassersport.de, Gerhard Schmid
Fotos: Manuela Gawehn










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