Revanche geglückt

Bernie Mauracher, Ron Fischer, Peter Fink und Bernhard Steidl haben die 130 Kilometer lange Rondu-Schlucht des Indus geknackt. Das gesamte Team ist nach sechs anstrengenden Tagen wohlauf. Nun geht die "Sturzfahrt vom Nanga Parbat" am Astor River weiter.

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Geknackt! Bernie Mauracher und sein Team konnten am Montag erfolgreich aus der Rondu-Schlucht paddeln

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"Gute Neuigkeiten hab' ich!" platzte Bernie Mauracher am frühen Dienstagabend ins Satellitentelefon. "Die Rondu-Schlucht haben wir jetzt fertig gemacht!" Gemeinsam mit Ron Fischer, Peter Fink und Bernhard Steidl war Bernie seit vergangenem Mittwoch am Indus auf der ersten Etappe ihrer kombinierten Berg- und Kajakexpedition, der "Sturzfahrt vom Nanga Parbat", unterwegs.

Bernie Mauracher: Gute Neuigkeiten


"Gestern um 18 Uhr sind wir zur Mündung des Gilgit River, am Ende der Rondu-Schlucht gekommen. Damit ist das erste Ziel der Expedition erreicht," freut sich Bernie, der sich mit der erfolgreichen Befahrung der Rondu-Schlucht ein ganz besonderes Geburtstagsgeschenk gemacht hat. "Das ist mir gut aufgegangen. Gestern haben wir noch ein bisschen gefeiert. Bier haben wir keins, Wein auch nicht, aber ein bisschen Schnaps haben wir mitgebracht aus Tirol. Das war ganz nett und wir sind ein bisschen länger in der Runde beisammen gesessen," erzählt Bernie. Mit der Komplettbefahrung gelang es dem Team zu vollenden, woran bereits einige vergangene Expeditionen gescheitert waren.

Bernie Mauracher: Gelungener Geburtstag

Insgesamt 130 Kilometer und 950 Höhenmeter haben die vier Paddler in sechs Tagen bewältigt. "Wir haben das Glück gehabt, dass der Wasserstand immer konstant geblieben ist. Nicht so wie im letzten Jahr, wo das Wasser von Tag zu Tag angestiegen ist." Den Wasserstand haben die Jungs bei der Ankunft in Pakistan in der Vorwoche noch ein wenig unterschätzt. "Wir hatten jetzt etwa 450 Kubik. Oben in Skardu wo wir vor dem Start die 150 Kubik angenommen haben ist das Wasser ziemlich im Sand verlaufen. Da lässt sich das dann relativ schwer sagen." Ron Fischer war vor der Indus Expedition noch in Chile am Futaleufu unterwegs. "Der hatte 400 Kubik meint Ron. Der Indus hier hat ein bisschen mehr sagt er. Es gibt keine Pegelanzeige und man kann das schlecht ausmessen, aber geschätzt sind das 450 Kubik."

Bernie Mauracher: 450 Kubik


Die gewaltigen Fluten des Indus waren für die Paddler eine große Herausforderung. "Wenn man von der Straße hinunter schaut denkt man sich, dass die Katarakte leicht zu befahren und kein Problem sind. Wenn man dann 200 Meter weiter unten ist sind sie riesengroß. Die Walzen sind riesig und es ist Alles zu Umtragen. Man kann von oben nicht sagen, wie es wirklich ist," berichtet Bernie. Die Schlucht beschreibt er als ziemlich tief und eng. "Es gibt schwere Umtragestellen, schwere Portagen. Aussteigen ist schwer, vorgehen ist schwer, runterschaun... und, und, und. Man braucht viel Zeit. Der untere Teil ist wieder ein bisschen leichter, genauso wie der obere Teil." Am schwierigsten erscheint Bernie der Mittelteil der Schlucht auf etwa 30 bis 40 Kilometern, die "richtig schwer" sind. "Gut ist, dass nach jedem Katarakt drei- bis vierhundert Meter lange Flachwasserpassagen folgen. Dort kann man sich wieder etwas ausruhen und im Falle eines Schwimmers die Ausrüstung zusammen sammeln." Wirklich schwimmen musste zum Glück keiner der Expeditionsteilnehmer.

Bernie Mauracher: Die Rondu-Schlucht


"Es ist zwar öfter jemand in Walzen gekommen, in denen es ein bisschen zum Kämpfen war, es ist aber Gott sei Dank keiner ausgestiegen." Als äußerst brutal beschreibt Bernie die zwölf Umtragestellen, die die Expedition überwinden musste. "Das sind Portagen, wo wir drei- bis vierhundert Meter weit hinauf mussten - weit rauf, weit wieder runter, mit Aufseilen und Abseilen. Das war sehr mühselig." Auf ihren Tagesetappen legten die Vier jeweils 15 bis 20 Kilometer zurück. Dauer: "sechs, sieben, maximal acht Stunden am Tag".

Bernie Mauracher: Die letzten 6 Tage


indus peter fink

Revanche geglückt! 130 Kilometer der Rondu-Schlucht konnte Bernie Mauracher beim zweiten Versuch erfolgreich hinter sich lassen.

Glück hatte das Team bisher mit dem Wetter. "Es war nicht so brutal heiß wie im Vorjahr als wir in der Schlucht schon 35 Grad hatten. Damals stieg der Wasserstand von Tag zu Tag an. Jetzt sind die Bedingungen konstant geblieben." Bleibt zu hoffen, dass der Wettergott auch für die nächste Challenge, den Astor River, gnädig bleibt.

Am Dienstag haben sich die Jungs nach den Strapazen der vergangenen Woche einen Ruhetag gegönnt. Schon Morgen geht's wieder weiter zum nächsten Abenteuer. "Der Astor River ist steiler, dafür hat er aber auch um vieles weniger Wasser. Da werden wir nun die nächsten Tage hinfahren und alles ein wenig erkunden - die Lage auschecken und das Wildwasser selbst, um dann zu sehen, wo kann man da paddeln, wie und was?"

Zunächst muss das Team jedoch ins Astor-Tal am Fuße des Nanga Parbat. Das Skardu-Becken, von wo aus sie in die Rondu-Schlucht aufgebrochen waren, liegt auf etwa 2.200 Metern. Im Astor-Tal geht's deutlich höher hinauf auf dreieinhalb- bis viertausend Meter. "Wir müssen schauen, dass wir ein bisschen langsamer hinauf kommen um uns zu akklimatisieren und um zu sehen wie viel Schnee liegt, damit wir entscheiden können wie weit oben wir einsteigen werden. Wir werden in jedem Fall probieren, so weit wie möglich oben einzusteigen."

Bernie Mauracher: Astor-Tal


Im Astor Tal werden Bernie Mauracher, Ron Fischer, Peter Fink und Bernhard Steidl nun etwa sieben bis acht Tage unterwegs sein. Danach werdet ihr hier auf kajak.at erfahren, ob sie auch den zweiten Teil der Sturzfahrt vom Nanga Parbat erfolgreich hinter sich bringen konnten. Wir wünschen den Jungs alles Gute für dieses Abenteuer!

Text: Judith Prechtl
Fotos: Archivbilder Expedition 2007/Manuel Arnu & Peter Fink

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Sturzfahrt vom Nanga Parbat

6 Kommentare

  1. TrustedPaddler

    GRATULIER super leistung!!!!

  2. TrustedPaddler

    Super Burschen!
    Herzlichen Glückwunsch!
    Wünsch Euch genauso viel Erfolg beim Rest der Expedition

  3. TrustedPaddler

    GRATULATION an ALLE!!! :-)
    Toller Bericht, sehr spannend....

  4. TrustedPaddler

    ... und wir sind froh, dass Ihr alle noch ganz seid !!!
    Keep on paddling !

  5. TrustedPaddler
    margaritavor 12 Jahren

    meine hochachtung an alle die sich dort ins wasser wagen!!!
    lg margit (flachwasserpaddler)

  6. TrustedPaddler

    Ich bin begeistert und schon auf den nächsten bericht gespannt, is a wahnsinn was ihr burschen da abzieht.
    Ich wünsch euch weiterhin viel erfolg.
    lg Hacki

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