JEM - Das NRW Kanu-Camp

Das JEM Kanu-Camp ist nun schon seit 37 Jahren eine feste Institution im Fahrtenprogramm der Kanujugend Nordrhein-Westfalens. Besser spät als nie dachte sich Christian Brune und berichtet, zur Anmeldung für 2009, vom Camp an der Durance.

TopSiteNews JEm
Durance  JEM

Quelle: Christian Brune

Darum ist es auf dem Kanu-Camp so schön
Eine Hommage an eine der wenigen Großveranstaltungen,die immer sympathisch und persönlich geblieben ist

Als ich das erste Mal zum Kanu-Camp kam (das war 2002), wusste ich nicht so genau, was mich erwartet. Eigentlich ließ ich mich nur treiben, hinein in die drei Wochen, die das Camp dauert, mal sehen, was es bringen mag.Und was es brachte! Unsere Gruppe versuchte sich, aufgrund der etwas lauteren Abendgestaltung in einiger Entfernung von den vielen Familien mit (kleinen) Kindern anzusiedeln. Schon ein erster Rundgang über das kunterbunte, voll gestopfte Kanulager ließ unserer Befürchtungen steigen – Kinder, Jugendgruppen, Erwachsene und bereits ziemlich lang erwachsene – alles auf einer Veranstaltung! Ach du Sch… das kann nicht gut gehen.

Jetzt bin ich schon sechs Jahre dabei. Ist also irgendwie doch gut gegangen. Woran es liegt? An der unvergleichlichen Mischung. Das Kanu-Camp bietet jedem etwas, hier kommt jeder mit jedem klar.

Foto rechts: Panoramaaufnahme vom unteren Guil kurz vor der Mündung

Durance JEM

Quelle: Thomas Klapschus

Der Autor dieses Beitrages

JEM Kanupolo

Quelle: Christian Brune

Kinder können sich jeden Tag mit einem tollen Alternativprogramm beschäftigen, das von einem engagierten Betreuerteam zusammengestellt wird. Nach wenigen Tagen können sie zirkusreife Darstellungen bieten, die dann auch stolz vorgeführt werden! Kindgerechte Paddelangebote gibt es natürlich auch zuhauf. Die Jugendgruppen feiern meist etwas abgelegen, wo ihnen niemand einen Strich durch die Rechnung macht, wenn’s mal wieder etwas lauter wird. Wer sich zwischen Wohnwagen ansiedelt, muss eben ab elf die Klappe halten und die Musik leise drehen.

Foto rechts: Gemütlicher Tagesausklang am platzeigenen See beim Kanupolo

JEM Guil

Quelle: Christian Brune

JEM GUil

Quelle: Christian Brune

Die wuchtige Stufe vor den "Schleierfällen" des Guil......und hier fährt Hannes die Fälle selbst!

Schön ist auch – aufgepasst, liebe Männer! – dass man hier seine Begleitung nicht bloß zum Shuttlebunnie degradieren muss. Ein vielseitiges Kultur-, Wander- und Sportangebot lässt auch Nichtpaddler die Zeit genießen, so dass man ohne allzu große Beziehungskrisen den Paddelurlaub hinter sich bringen kann. Okay, das mag jetzt chauvinistisch klingen, aber schreit ruhig auf, ihr lieben Paddelfrauen, bei denen das alles natürlich ganz anders ist! Aber noch lieber als aufschreien wäre mir, ihr kommt einfach zum nächsten Kanu-Camp und belehrt alle eines besseren…;-)

JEM Klettern

Quelle: ???

Flusstipps Durancetal
Guil (Auiguilles - Chateau-Queras), bei gutem Wasserstand schönes WW III, sehr technisch, teilweise enge Durchfahrten. Zum Ende hin nach der Schlucht immer leichter, landschaftlich herausragend schön. Braucht aber gut Wasser, um es in unsere Liste zu schaffen, sonst nur spaßfreies Geschrubbel.

Guil, Schluchten
1. Burggraben: Wuchtiges Wildwasser der Stufe IV, Psychofaktor allerdings WW VI, da steile Schluchtwände. Ein Verlassen der Schlucht ist nur mit Hilfe von Kathrin möglich, wenn sie zufällig im Klettersteig über einem am Seil schwebt...;-) (wurde von einem dankbaren Engländer auch direkt ausprobiert) Die Abschlussstufe ist im Vergleich zu vor zwei Jahren deutlich fairer geworden; sie ist jetzt zu einem Katarakt geworden, den man von rechts anfährt und dann einfach in die Mitte zieht. Viel Spaß, wenig Stress! Direkt danach öffnet sich die Schlucht.
2. Schutzengel-Schlucht: Hat sich im Vergleich zu früher an manchen Stellen verändert, übersteigt in manchen Katarakten den IV. Grad, mehrere so hakelige Durchfahrten und Unterspülungen, dass drei Umtragungen unseres Erachtens nötig waren. Am Ende der Schlucht liegt ein riesiger Felsblock mitten im Fluss, wo sich das Wasser links und rechts dran vorbeiquetscht. Nur theoretisch fahrbar, ist aber eigentlich ein Siphon, links umtragen möglich. Bitte in dieser Schlucht vorsichtig fahren und alles vorher scouten, dies ist immer möglich!
3. Unterer Guil (Schleierfälle bis Stausee): Die Schleierfälle sind bekannt knackig, besonders der Eingang unter der Straßenbrücke ist heftig. Die folgende Flusstrecke ist der Hammer - wuchtiges, steiles und technisches WW, von der Straße aus zwar häufig einzusehen, aber kann leicht total unterschätzt werden. Bei guten Wasserständen wirklich heftig, bis WW IV+, Umtragen meist möglich. Mittendrin liegt einmal ein Baum quer zur Strömung, der sehr steckgefährlich ist und besser umtragen werden sollte! Außerdem gibt es bei einem Katarakt direkt neben der Straße eine heftige Unterspülung auf der rechen Seite, in die einiges Wasser hineindrückt. Der Fluss hat dort die Straße untergraben. Je nach Wasserstand ist sie nicht zu sehen (da unter Wasser) oder aber gut zum Verschlucken des halben Bootes. Über die wirkliche (Un)Gefährlichkeit macht euch selbst ein Bild; Infos dazu stehen in gängigen Foren!

Guisane, Waldschlucht: Die Waldschlucht gehört zu den schönsten WW-Strecken der Region - anspruchsvoll (bei HW locker WW IV, bei normalen Wasserständen immer noch III-IV mit einigen Viererstellen), aber fair, technisch anspruchsvoll, übersichtlich und mit riesigem Spaßfaktor. Das große Wehr vor dem Eingang der Schlucht umträgt man besser (Warnschilder 400m vorher), in der Schlucht ist ein Katarakt, der am Ende so böse verblockt ist, dass man rechts ins Kehrwasser springen muss, um sich dran vorbei zu mogeln, sonst tut's weh. Gut zu erkennen am riesigen Baumverhau auf der linken Flussseite. Wer aber einigermaßen Sicher WW III-IV fährt, für den ist das eine der schönsten Strecken der Region. Ein Wanderweg führt fast die ganze Zeit direkt am Fluss entlang, so dass auch Uferbunnies etwas von der Tour haben.FahrtenleiteraufnahmeApropos Paddeln: Das sollte man nicht ganz vergessen auf einem Kanu-Camp. Die Führung des Camps bemüht sich seit Jahren um eine kontinuierliche Qualitätssteigerung, hat mittlerweile ein beachtliches Kompetenzniveau unter den Fahrtenleitern erreicht, das sich auf alle relevanten Bereiche – seien es Paddeltechnik, Rettungs- und Ersthelferkompetenz oder Anfängerschulung – erstreckt. Trotzdem geht die Entwicklung Jahr für Jahr konsequent weiter, so dass bereits jetzt ein Kanu-Camp von heute nicht mehr mit dem von 2002 – meinem Anfangsjahr – zu vergleichen ist. Und wer dann richtig gut paddelt, darf sich auch mal die schweren Sachen herunterstürzen – notfalls nach dem Ende der offiziellen Tour ;-)Übrigens: Im nächsten Jahr findet das Kanu-Camp in Nikolsdorf an der Drau statt. Nachdem wir 2008 Österreich nicht besucht haben, wird dieses Mutterland des alpinen Wildwassersports für die nächsten Jahre wieder unser Hauptziel sein – ob in Tirol, Kärnten oder der Steiermark…Text: Christian Brune/www.paddelszene.deWeb-Tipp: kanu-camp-jem.de

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Ausgebildeter Physiker, Redakteur, Herr über Tausend Zeilen Code auf 4-Paddlers.com und spätberufener zugereister Paddler aus Augsburg.

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