Der letzte Teil der Döringschen Hochzeitsreise in den Grand Canyon steht an. Kein "Big Day" mehr, aber Skorpione, Klapperschlangen, Kolibris und ein verkeiltes Raft vertreiben jede Langeweile vor verlassen des Canyons. Am Ende steht ein ganz besonderes Mitbringsel.
Klapperschlangen und Skorpione
Quelle: Michael Neumann/Kanumagazin
Nicht jeder Tag war so gespickt mit Höhepunkten wie der "big day". Von was dürfen wir euch noch erzählen? Von der Klapperschlange, die nachts eingerollt auf dem Weg zum Klo auf den Felsterrassen lag; vom Skorpion, der sich in Nicoles Neoprenanzug einnistete; den Kolibris, die uns neugierig auf der Stelle fliegend beobachteten. Käfer, die eine Federboa wie die Härchen von Weidenkätzchen auf ihrem Rücken trugen. Die Abseilaktion auf den Grund eines tiefen ausgewaschenen Felsgerinnes zum Baden lasse ich aus.
Quelle: doering
Quelle: Michael Neumann/Kanumagazin
Oder wollt ihr lieber noch erfahren, dass sich auch mal ein Raft festfahren kann? Am Ende einer Stromschnelle, auf die wir gemeinsam zufuhren und die unsere volle Aufmerksamkeit verdiente, da sie nicht die uns empfohlenen leichte Route erkennen ließ, fuhren wir mit gesundem Menschenverstand am rechten Ufer, die ein oder andere Felsplatte im Alpenstiel überspringend nach unten. Vor uns lag am rechten Ufer, mitten in der scharfen Strömung das Raft. Die Leinen waren schon ans Ufer gegeben und wurden von der Besatzung festgehalten. Erst noch mal nach links paddeln, damit wir nicht unter die Riesengummiwülste des Rafts gezogen werden. Dann aussteigen, denn hier musste geholfen werden. Nachdem zwei Unglückliche die Stromschnelle noch schwimmend verlassen hatten (wahrscheinlich folgten sie der Empfehlung der Idealroute☺) und von anderen geborgen wurden, versammelt sich die ganze Mannschaft an den Leinen. Der Motor sei ausgefallen oder zu spät angesprungen, das Raft hierdurch manövrierunfähig ans Ufer gedrückt worden, so die Erklärung des Trapperpilotens zum Chef der Amerikaner. Verschiedenste Techniken können das Dickschiff nicht befreien und erst als alle gemeinsam an den Seilen flussabwärts ziehen, die sich unter der Kraft wie Gummis dehnen, bewegt es sich endlich und ist frei.
Der letzte Tag
Quelle: doering
Unser letzter Tag in der Schlucht beginnt. Um sechs Uhr aufstehen, Diamond Peak erwacht im Morgenlicht. Einige sind noch verkatert vom Abschiedsabend. Eine Wodkaflasche und 126 Bierdosen liegen im Zentrum des Geschehens. Thorsten ist etwas appetitlos und verletzt, beim Weg zum Gute Nacht Kuss ohne Sandalen stolperte er über scharfes Felsgestein, das im Sand lag und schnitt sich den Fuß auf. Nach der nächtlichen Erstversorgung im Zelt wurde die Wunde am Morgen gut verbunden und einbalsamiert, um den Sand heraus zu bekommen. Jeder paddelt nach dem Frühstück irgendwann los, wir starten vor den Rafts um 8 Uhr. Viele Stromschnellen, enge Schluchten, Schatten und Licht wechseln sich ab. Es folgen noch flotte Rapids bis Grad 6. Am möglichen Ausstieg "Diamond Creek" paddeln wir vorbei, die Gebühren, die die Indianer erheben, sind zu hoch. Nach drei Stunden bzw. 20 Meilen später erreichen wir Meile 239,5 "Separation Canyon", wo schon ein Schnellboot mit Jetantrieb auf uns wartet.
Quelle: Reisegruppe!
Quelle: Michael Neumann/Kanumagazin
Es ist heiß, kaum Schatten… Rafts entladen, Kajaks säubern, Klamotten trocknen und ein letztes Sandwich. Mit atemberaubender Geschwindigkeit geht’s dann durch den Canyon, immer auf der tiefsten Route, geschickt zwischen Sandbänken hindurch, an den Felswänden entlang, zahlreiche Rafts werden überholt. Hubschrauber dürfen auf diesem Abschnitt durch den offenen Canyon fliegen. Kleine Hütten tauchen auf, als Rastplatz für Bootstouristen, die von unten in den Canyon einfahren. Wir verstehen welch ein Segen die strikte Permitregelung des Nationalparks darstellt und welches Privileg es war durch den Grand Canyon des Colorado paddeln zu dürfen. Wir gelangen mit dem Jetboot in den wüstenartigen Lake Mead und fahren nach Pearce Ferry. Nach zwei Stunden Warten kommt unser Abholservice und bringt uns über den Hoover Dam nach Las Vegas.
Herzlich Willkommen in der Zivilisation! Wir fahren den Strip entlang, es ist laut, alles blinkt und leuchtet. Wir sehnen uns zurück in den Grand Canyon. Schade, dass wir noch 25 Jahre warten müssen, denn wir sind wild entschlossen zur Silberhochzeitsreise wiederzukommen!
Quelle: Reisegruppe!
Fotos: Nicole & Thorsten Döring, Michael Neumann und weitere Mitglieder der Reisegruppe
Text: Nicole Döring
Anmerkung der Redaktion:
Gerüchten zufolge haben Nicole und Thorsten einen nicht zahlenden Passagier heim nach Europa geschmuggelt...
Dieses Gerücht ist seit 17. Juni 2008 bestätigt, hat sozusagen Hand und Fuss, ist 56cm lang, 4.2kg schwer und heißt Sina! :-)
Wir wünschen dem Grand Canyon Baby viel Glück und Gesundheit und den stolzen Eltern natürlich auch!











Hallo Kajakgemeinde,
terminlich konnte das Mitbringsel nicht im Grand Canyon gezeugt worden sein - vermutlich war es einfach zu heiß. Sina wird aber auf jeden Fall auch sanft an den Kanusport herangeführt und war schon die ersten Male beim Paddeln dabei - morgen gehts wieder los.
Gruß vom Papa