Wofür braucht die Tiwag Fische? Die Tiroler Stromgesellschaft will ein Fischerei-Revier an der Isel etwas oberhalb von Lienz kaufen. Beim Netzwerk Wasser in Osttirol läuten die Alarmglocken.
Der letzte freifließende Gletscherfluss der Alpen ist nach wie vor durch TIWAG-Projekte bedroht. Dies macht nach Einschätzung des Netzwerk Wasser Osttirol ein bereits unterschriftsreifer Kaufvertrag deutlich: Ein Fischereirevier der Isel oberhalb von Lienz soll aus privater Hand in den Besitz der Stromgesellschaft übergehen.
Iselfische in Tiwag Händen?
Einer Aussendung des Netzwerk Wasser Osttirol zufolge, leistet sich die Tiwag in Osttirol ein Platzerl zum "Fischen". Betroffen ist der Abschnitt von der Schlaitner Brücke, also der Brücke an der Aineter Welle, bis zum Pöllander in Oberlienz. Ein Abschnitt der auch so manchem Isel-Paddler bekannt sein sollte.
Weder die TIWAG noch die politisch Verantwortlichen im Land Tirol haben bislang von einer Kraftwerksnutzung der Isel Abstand genommen. Dieser nunmehrige Kauf von Fischereirechten durch die TIWAG ist eine weitere Bestätigung dafür, dass auch der Gletscherfluss Isel zu einem Stromopfer werden soll – trotz seiner über Österreich hinausreichenden Bedeutung für Ökologie und Naturschutz.
Foto: Netzwerk WasserLebensraum IselWissenschaftliche Studien zeigen eindeutig, dass die Isel in Osttirol seltene Lebensgemeinschaften sowie Tiere und Pflanzen beherbergt, die europaweit schon selten geworden und vom Verschwinden bedroht sind.Zudem ist die Isel im gesamten Talbereich leicht zugänglich und hat als Erholungs- und Erlebnisraum grundlegende Bedeutung für Einheimische und Gäste in Osttirol. >>> Isel in der Flussdatenbank
Es kann nicht Aufgabe einer im öffentlichen Besitz befindlichen Stromgesellschaft sein, mit weitaus überhöhte Geldsummen Fischereirechte zu kaufen und sie damit privaten Interessenten zu entziehen sowie eine nachhaltige Pflege dieses ganz besonderen Lebensraumes zu unterlaufen.
Wie die Kleine Zeitung in ihrer Donnerstagausgabe berichtet wurden die Kaufabsichten des Tiroler Stromproduzenten von Vorstand Bruno Wallnöfer gegenüber dem Blatt bestätigt. Der Kauf sei in Finalisierung, zitiert das Blatt den Tiwag-Boss. Der Erwerb von Fischereirevieren gehöre in Form von business as usual zum üblichen Kerngeschäft der Tiwag, so Wallnöfer weiter. Über den Kaufpreis wurde offiziell keine Auskunft erteilt. Die Kleine Zeitung spricht von einem kolportierten Kaufpreis von einer Million Euro.
Tiwag & Fische
Einen "artenreichen und gesunden Bestand an Wassertieren zu erhalten oder wiederherzustellen" und "die Lebensgrundlagen für diese Wassertiere zu erhalten oder wiederherzustellen" (Ziel des Tiroler Fischereigesetzes 2002) wird wohl nicht unbedingt das hauptsächliche Unternehmensziel des Stromkonzerns TIWAG sein, der nunmehr diesen Kaufbeschluss gefasst hat.
Bedarf die ökologische Betreuung der Isel wirklich einer Stromgesellschaft, die ihre zentrale Aufgabe im Bau und Betrieb von Wasserkraftwerken und dem europaweiten Handel mit Strom hat? Foto: Netzwerk Wasser
Netzwerk Wasser Osttirol hat zu diesem Thema einen offenen Brief mit entsprechenden Fragen an Tirols Landeshauptmann van Staa als Eigentümervertreter der TIWAG gerichtet. Auf die Antwort darf man gespannt sein.
Link: Netzwerk Wasser Osttirol
Text: Netzwerk Wasser Osttirol, Judith Prechtl









Vielen Dank,dass ihr auch über die unerfreulichen dinge berichtet Vielleicht ist es janoch nicht zu spät und man kann das schlimmste durch demopaddeln oder ähnliche Aktionen noch verhindern wie hoffentlich an Ötz und koppentraun schon geschehen.
Markus