Deutschlandcupfinale 2008

Es ist noch kühl am Sonntagmorgen, Nebel liegt über dem Prümtal. Die bunten Blätter der Laubbäume fallen in drehenden Spiralen zu Boden, da winden sich waghalsige Wassersportler mit ihren Kanus durch die Stromschnellen der Irreler Wasserfälle. Es ist Deutschlandcup!

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Prüm Irreler

Quelle: Manuela Gawehn

Deutschlandcupfinale auf der Prüm in Irrel

Saisonabschluss beim letzten Ranglistenrennen auf der Prüm im Kanu- Wildwasserrennsport

Es ist noch kühl am Sonntagmorgen, Nebel liegt über dem Prümtal. Die bunten Blätter der Laubbäume fallen in drehenden Spiralen zu Boden, da winden sich waghalsige Wassersportler mit ihren Kanus durch die Stromschnellen der Irreler Wasserfälle. Und da werden sie mächtig durchgeschüttelt, müssen gegen die Kräfte der Natur ankämpfen. Doch das ist ihr Sport, ihr Vergnügen. Es sieht aus wie ein Herbstmärchen, doch es ist harter Sport.Achim Overbeck am Eingang zum Treppenhaus Sieger Sprint Herren K1

Der Turnverein (TV) Bitburg hat mit seiner Kanuabteilung das 35. Wildwasserrennen auf der Prüm an den Irreler Wasserfällen ausgerichtet. 30 Vereine mit rund 200 Teilnehmern aus dem In- und Ausland boten den zahlreichen Zuschauern und Medienvertretern bei strahlendem Sonnenschein Wassersport der Spitzenklasse.

Wettkamp Irreler

Quelle: Manuela Gawehn

Wettkampf Irreler

Quelle: Manuela Gawehn

Svenja Beerschwenger Siegerin Sprint und Classic weibl. JugendMartin Ulrich 2. Sprint und Classic Herren C1

Neben dem deutschen Nationalteam waren auch Nationalfahrer aus Belgien, Luxemburg und Frankreich auf der schwierigen Naturstrecke rund um die Irreler Wasserfälle am Start. "Die natürliche Rennstrecke hier an den Irreler Wasserfällen zählt neben der Rur bei Monschau und der Strecke im Harz zu den drei besten und anspruchsvollsten im außeralpinen Bereich", sagte Herbert Schneider vom TV Bitburg.

Irreler Wasserfälle

Quelle: Manuela Gawehn

Stephan Stiefenhöfer Sieger Samstag Herren K1Am Samstag fanden zunächst die Finalrennen im Deutschlandcup auf der Classicstrecke statt. Auf der engen und kurvenreichen Strecke zwischen Wißmannsdorf und Oberweis gab es einige Überraschungen. So gewann im Feld der Juniorinnen erstmalig Annika Gierenz vom RKC Köln vor Lisa Frait aus Passau und Janina Piaskowski aus Fulda, die sich somit den Sieg in der Gesamtwertung des Deutschlandcups nicht mehr nehmen ließ. Im Kajak der Junioren hatten die Trierer auf ihrer Hausstrecke die Nase vorn. Es gewann der Trierer Peter Schumacher vor Junioreneuropameister Björn Beerschwenger aus Köln und Sebastian Romberg aus Trier. Schumacher konnte sich somit noch auf Rang 3 im Deutschlandcup vorschieben. Es siegte hier Junioreneuropameister Benedict Scholz vom RKC Köln. Im Einercanadier der Junioren konnte sich Nils Ranke aus Celle vor dem Franzosen Quentin Dazeur und Michael Norrenberg aus Brühl, der sich das Preisgeld für den Sieg im Deutschlandcup sichern konnte, platzieren.Spannend wurde es dann in den Feldern der Leistungsklasse. Christian Heil vom BW Rheidt reichte hier der 10. Platz, um sich über den Sieg im Deutschlandcup freuen zu können. Das Rennen aber gewann der Kölner Stephan Stiefenhöfer vor Tobias Bong und dem überraschungsdritten Lars Walter, der im Frühjahr noch wegen einer Schulterluxation auf eine Teilnahme bei der Weltmeisterschaft verzichten musste.

Bei den Damen paddelte Manuela Stöberl aus Rosenheim zum Sieg vor Silke Kassner aus Köln und Sabine Füßer aus Siegburg, die bereits zum achten Mal hintereinander den Sieg im D-Cup erreichen konnte. Das Brühler Nachwuchstalent Dominik Pesch konnte im Feld der Einercanadier einen Vorsprung von 44 Sekunden vor Martin Ulrich aus Siegburg erpaddeln. Hier sicherte sich der drittplatzierte Normen Weber aus Brühl den Sieg im Deutschlandcup. Einen souveränen Start-Ziel-Sieg legte auch das Siegburger Duo Maik Schmitz und Nils Knippling hin, die sich vor den Weltmeistern Andree-Driesch aus Düsseldorf und dem Brühler Boot Brücker-Weber platzieren konnten.

Aber auch schon die kleinsten Sportler in den Schülerklassen meisterten die für sie schwierige Strecke mit Bravour und freuten sich über jede Platzierung im Ziel. „Hauptsache Angekommen und von den Großen bei Trainingsfahrten vorher den ein oder anderen schnelleren Weg abgeschaut“, meinten einige Schüler im Ziel.

Irreler Wasserfälle

Quelle: Manuela Gawehn

Florian Heidtmann Sieger Sprint männl. Junioren K1

Abends wurde dann gemeinsam in der Gemeindehalle Irrel der Saisonabschluss gefeiert und die Sieger der Samstagsrennen sowie des Deutschlandcups gebührend geehrt. Einen Vorgeschmack auf die neue Saison brachte ein Video über die Junioreneuropameisterschaft auf der Adda, wo in 2009 dann die Senioren um ihre Platzierungen kämpfen werden. Eine besondere Ehrung gab es noch für die zwei Vereine, die im Vorjahr eine sehr gute Nachwuchsarbeit geleistet haben. Der Initiator des Schülerfond Stephan Stiefenhöfer überreichte den Schülern des Wiking Düsseldorf und SSV Rheydt das Preisgeld. Für eine Überraschung sorgte der Veranstalter Martin Vogler an diesem Abend. Da er noch einen kleinen Überschuss aus den Nachmeldegebühren übrig hatte, gab er diesen dann an die beiden Vereine weiter, die als erste für die Rennen gemeldet haben.

Irreler Wasserfälle

Quelle: Manuela Gawehn

Während am Sonntag die Schüler ihre Wettkämpfe zwischen dem Marktplatz Irrel und Menningen austrugen, trainierten die anderen Klassen bereits fleißig in den Wasserfällen. Ein querliegender Baumstamm im Mittelteil des Treppenhauses sorgte bei einigen Fahrern für Verunsicherung. Es stellte sich aber schnell heraus, dass auch diese Passage gut zu meistern war. Leider gab es aber im Training auch schon einige Kenterungen, so dass sich viele Fahrer entschlossen, im Rennen nicht an den Start zu gehen. Von den vier gestarteten Fahrerinnen bei der weiblichen Jugend kamen nur zwei ins Ziel. Es gewann Svenja Beerschwenger vom RKC Köln, die mit ihrer Zeit auch im Juniorenfeld vor den Platzierten Janina Piaskowski und Lisa Frait gelegen hätte. Damen waren nicht am Start.

Im C1 siegte Normen Weber vor Martin Ulrich mit einem enormen Vorsprung von 25 Sekunden ebenso wie Schmitz-Knippling vor den Franzosen Heitz-Peltriaux. Bei den Herren im Kajak wählte Achim Overbeck im ersten Lauf als einziger den Weg rechts am Zuckerhut vorbei und konnte sich so einen ausreichenden Vorsprung für den zweiten Lauf erpaddeln.Franzosen Theodore Heitz (vorne) - Thomas Peltriaux (hinten) 2. Sprint Herren C2

Er gewann vor Tobias Bong und Niels Verhoef. Der zweitplatzierte nach dem ersten Lauf Stephan Stiefenhöfer ging im zweiten Lauf auf volles Risiko und versuchte auch die rechte Durchfahrt am Zuckerhut noch zu erwischen, hatte damit aber große Probleme und verlor dabei viel Zeit, die ihn dann noch auf den sechsten Rang zurückfallen ließ.

Ireler Wasserfälle

Quelle: Manuela Gawehn

Maik Schmitz (hinten) – Nils Knippling (vorne) 1. Sprint und Classic Herren C2Im Juniorenfeld wagte Florian Heidtmann den schnelleren Weg und gewann die Konkurrenz vor Peter Schumacher und Björn Beerschwenger mit einer sehr guten Zeit, die ihm auch bei den Herren eine vordere Platzierung eingebracht hätte.Alles in allem hat der TV Bitburg mit seinen rund 30 Helfern wieder einmal eine gelungenen Wettkampf zu Saisonabschluss organisiert und die Sportler können sich nun mit dem Aufbautraining für die nächste Saison beginnen.Text: Manuela GawehnWeb-Tipp: Ergebnisse und weitere Bilder vom Rennen auf www.wildwassersport.de

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Ausgebildeter Physiker, Redakteur, Herr über Tausend Zeilen Code auf 4-Paddlers.com und spätberufener zugereister Paddler aus Augsburg.

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