"Pakistan rockt!"

Die Kajakexpedition, und damit der erste Teil der "Sturzfahrt vom Nanga Parbat" geht zu Ende. Am Sonntag blieb Zeit für die "Erstberaftung" der gewaltigen Katarakte des Jhelum River in Kaschmir und eine muntere Plauderrunde mit der kajak.at-Redaktion.

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bernhard steidl idnus

Bernhard Steidl am Indus

"Bei uns läuft es sehr gut. Wir sind am unteren Indus auf jener Strecke weitergepaddelt, die wir schon vom Vorjahr kannten", fasst Bernhard Mauracher die Ereignisse der letzten Woche zusammen. Nachdem die eigentlichen Expeditionsziele, die Befahrung der Rondu Schlucht des Indus und des Astor River, nach Plan verliefen, konnte sich Mauracher, Ron Fischer, Bernhard Steidl und Peter Fink auf's "Genusspaddeln" am Indus konzentrieren.

Ganz ohne Komplikationen wollte sich der mächtige Strom jedoch nicht von Bernie verabschieden. "Am unteren Indus musste ich auch einmal schwimmen. Bei Helmkameraaufnahmen bin ich in eine ziemlich große Walze gekommen und dann mitsamt Pelicase und dem ganzen Kram abgeschwommen." Das Team war jedoch zur Stelle und konnte Bernie rechtzeitig herausholen. "Es ist alles ganz gut verlaufen", sagt Bernie der sich über das viele Filmmaterial von den Befahrungen freut. "Wir haben noch viele Aufnahmen machen können und sind Katarakte gefahren die wir im Vorjahr umtragen haben. Da wir ein bisschen weniger Wasser hatten, hat das diesmal ganz gut funktioniert."

Bernhard Mauracher: Schwimmer

bernhard mauracher ron fischer

Suchbild: Bernhard Maurascher und Ron Fischer in der Rondu Schlucht

ron fischer rondu schlucht

Ein kleineres Ziel bleibt weiter unerreicht, denn die politische Situation in Pakistan schlägt auch am Indus Wellen. "Bei Chilas, ein Stück vor der Brücke bei der wir eigentlich aufhören wollten, gab es Ausschreitungen mit Taliban, daher haben wir nicht den kompletten Indus paddeln können", erzählt Bernie "Wir selbst haben von diesen Ausschreitungen nichts mitbekommen, es war alles friedlich und ruhig, die Leute waren freundlich wie immer." Das letzte Stück musste das Expeditionsteam dennoch mit dem Auto umfahren, bevor die Reise weiter nach Kaschmir ging.

Bernhard Mauracher: Am Indus


Mittlerweile ist das Team in einem Militärcamp untergebracht und wird bestens versorgt. "Es gibt super essen und alle sind total freundlich. Der Militär-Oberhäuptling hat uns sehr nett begrüßt, und möchte Pakistan auch von einer anderen Seite zeigen- wie schön es hier ist. Wir sind begeistert!"

Bernhard Mauracher: Im Militärcamp
Ron Fischer in der Rondu Schlucht

rondu schlucht peter fink

Extreme Portage in der Rondu Schlucht

In den vergangenen Tagen war das Team am Jhelum und Neelum unterwegs. "Heute haben wir eine Raftingtour gemacht. Das war sozusagen eine Erstbefahrung mit dem Raft", erzählt Bernie. "Es war wirklich eine sehr geile Strecke mit 400 bis 500 Kubikmetern/Sekunde." Neben dem Expeditionsteam nahmen es auch Nicole Wegmaier und ein paddelnder Guide der Adventure Foundation mit den monströsen Katarakten des Jhelum auf. "Es sind teilweise 400 bis 600 Meter lange Katarakte mit durchgehend riesengroßen hohen Wellen. Echt geil!"

Bernhard Mauracher: Erstberaftung


Für die nächsten Tage hat das Team eine Sondergenehmigung erhalten um im Grenzgebiet zum nahen Indien zu Paddeln. "Nur durch gute Kontakte haben wir die Möglichkeit hier zu paddeln. Das ist wegen der politischen Situation, dem Krieg mit Indien, nicht selbstverständlich", erzählt Ron Fischer. Für den Schweizer und Peter Fink geht das Abenteuer in drei Tagen zu Ende.

Ron Fischer: Jhelum & Neelum


astor river mauracher

IM ORGINALTONEine lustige Herrenrunde plauderte am Sonntag aus dem Expeditions-Nähkästchen. Hier die Highlights zum Anhören. Paddeln in Pakistan? Nachgefragt bei Bernhard SteidlDein Schwimmer? Nachgefragt bei Peter FinkDer Astor-Durchbruch? Nachgerfragt bei Ron FischerGrüße von Bernhard, Peter & Ron...Bild links: Bernhard Mauracher in den Durchbruchsklammen des Astor River

rondu schlucht peter fink

Erfolgreiches Kayak-Expeditionsteam: Ron Fischer, Peter Fink, Bernhard Mauracher und Bernhard Steidl

Bernhard Steidl und Bernhard Mauracher fliegen am Donnerstag nach Skardu. Von dort gehen die beiden langsam in Richtung Spantik Base Camp auf 4300 Metern Höhe wo sie sich weiter akklimatisieren und auf ihre Bergsteigerkollegen Gerhard Wegmair und Hermann Arnold warten. Gemeinsam werden sich die vier zum zweiten Teil der kombinierten Berg- und Kajakexpedition aufmachen und den 8125 Meter hohen Nanga Parbat besteigen. kajak.at wird auch bei diesem Abenteuer live mit dabei sein und meldet sich nach einer elftägigen Pause mit einem ersten Bericht aus dem Basislager.

Fotos: Peter Fink
Text: Judith Prechtl

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Sturzfahrt vom Nanga Parbat

1 Kommentar

  1. TrustedPaddler

    Super Bericht! Tolle Leistung, wünsche euch jetzt viel Glück für den Aufstieg zum Nanga Parbat. Kommt gesund wieder zurück! :-)

    LG, ULLI

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