Gabun – Kajakabenteuer in Zentral Afrika - Teil 1

kajak.at bleibt exotisch. Mit abenteuerlichen Geschichten von wildem Urwald und unbezwingbaren Wasserfällen und kehrten Deb Pinninger, Nico Chassing und Olaf Obsommer im September von ihrer Expedition am Ivindo aus Gabun zurück.

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Im September 2007 machten sich Deb Pinninger, Nico Chassing und Olaf Obsommer auf nach Gabun um den Ivindo und den Ogooue zu erkunden - Eine Expedition in einem der reichsten Länder Afrikas.

gabun deb pinninger

"Muss das denn sein?" fragte meine Mama, nachdem ich ihr von der Expedition nach Gabun erzählte. "Und, wo ist das überhaupt?" war die nächste Frage. Diese Frage bekam ich noch oft zu hören, gefolgt von der Anmerkung, das sei doch sehr gefährlich!

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Gabun grenzt an Kamerun, Äquatorialguinea und die Republik Kongo, sowie an den Golf von Guinea. Der Äquator verläuft quer durch das Land. Gabun ist einer der rohstoffreichsten Staaten Afrikas, mit erheblichen Erdölreserven vor der Küste. Dementsprechend zählen zu seinen Hauptexportgütern Rohöl und Erdölprodukte. Im Landesinneren werden Mangan, Uran und Gold gefördert.

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Weiterhin gehört Gabun zu den größten Tropenholz-Exportländern Afrikas – ca. 80 % der Landesfläche sind von tropischem Regenwald bedeckt. Für den Export werden Kaffee, Kakao, Gummi, Palmöl und Zucker angebaut. Kurz gesagt, Gabun zählt zu den reichsten Ländern Zentral Afrikas, ist ein sicheres Reiseland mit wenig Kriminalität im Verhältnis zu seinen Nachbarländern. Diese Informationen haben meine Mama allerdings nicht wirklich beruhigt.

deb pinninger olaf

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Olaf Obsommer und Nico ChassingDeb Pinniger

Zu der Expedition wurde ich von Deb Pinniger und Nico Chassing eingeladen. Ich war sofort begeistert von der Idee. Afrika ist meine heimlich Liebe. Ein wunderbares und traumhaftes Land. Auge in Auge mit Elefanten, Hippos, Giraffen, Nashörner und, und, und...

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Unser Ziel war den Ivindo und den Ogooue zu erkunden. Von Makokou bis Booue sind es 180 Km. Von dort sind es weitere 150 Kilometer bis Ndjole und nochmals 250 bis zum Mündungsdelta in den Atlantik. Der Ivindo Fluss erstreckt sich vom Nordosten Gabuns bis in den Südwesten. Dabei führt sein Lauf durch eine der wildesten und schönsten Regenwaldregionen Afrikas. Außerdem befinden sich hier einige der größten Wasserfälle Zentral Afrikas mit einer Höhe von 30-50 Meter. Der Fluss durchquert den neu gegründeten "Ivindo National Park", ein Gebiet reich an exotischer Flora und Fauna, Vögeln und Säugetieren. Der Ivindo mündet dann in den 1200 Kilometer langen Ogooue River.

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In der Hauptstadt Libreville, Ausgangspunkt der Expedition, haben wir die letzten Besorgungen getätigt. Macheten, Topographische Karten, Malaria Medikamente und andere Kleinigkeiten standen auf dem Einkaufszettel. Vorort wurden wir von der Wildlife Conservancy unterstützt. Neben logistischer Hilfe waren wir vor allem dankbar über den Transfer von 450 Kilometer zum Einstieg nach Makoukou. (Tipp: Oft ist es leichter, topographische Karten im jeweiligen Land zu bekommen, als sie umständlich daheim zu besorgen.)

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Nach 12 Stunden Autofahrt sind wir abends in Makoukou eingetroffen. Unser Plan war am nächsten Morgen um 6 Uhr einzubooten. Für eine sorglose Nachtruhe fehlte uns noch das Benzin für den Kocher. Keine leichte Aufgabe, wie sich herausstellte. Die Einheimischen kaufen immer die Tankstellen leer und bieten dann das Benzin auf dem Schwarzmarkt an, und der war ausverkauft. Petroleum war das einzigste, was wir bekommen konnten. Nach einigen Tests mochte unser Multibrenner auch Petroleum und wir konnten beruhigt einschlafen.

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Die Nacht war unruhig. Die beunruhigende Aussagen der Einheimischen, der Fluss werde zu wenig Wasser führen und wir würden teilweise mit unseren Kajaks treideln müssen, ließ mich nicht los. Dies würde bedeuten, daß wir eventuell viel länger benötigen würden, als geplant. Wir haben aber nur für 14 Tage Essen dabei. Eine amerikanische Raftexpedition hat einst für die ersten 180 Km 14 Tage benötigt, also einen Tagesdurchschnitt von 12,9 Kilometer. Nicht sehr viel, was wird sie wohl aufgehalten haben?

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Am nächsten Morgen sind wir voller Erwartungen eingebootet. Meine Gedanken waren bei den Hippos und Krokodilen. Nervös schaute ich die Ufer ab und beobachtete das Wasser. Sind vielleicht doch ein paar Augen zu sehen? So ganz konnte ich den Einheimischen nicht glauben. "Keine Hippos und Krokos bis Nodjole und von dort eventuell nur ein oder zwei..." Ehrlich gesagt eine Aussage, der ich kein Vertrauen schenken konnte. Nur all zu gut erinnerte ich mich an die Befahrung des Shire 1996 in Malawi. Bei der Erinnerung an die Krokodile, die uns verfolgt hatten und den Herden von Hippos im Wasser, stellten sich meine Nackenhaare auf. Zum Glück wurden meine Sorgen nicht bestätigt, wir haben während der ganzen Befahrung keine einzigen Hippos oder Kroks gesehen!

Mehr dazu folgt bereits morgen im zweiten Teil...

Fotos: Deb Pinninger
Text: Olaf Obsommer

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