Ein neues Siegerteam, zwei Brüder die die Kajakentscheidung dominierten, drei Kranke die den vierten Platz errangen und ein (unbestätigtes) Bad unseres Kaisers – die Jubiläumsausgabe des Dolomitenmannes sorgte am Samstag in Lienz für Spannung.
Ein neues Siegerteam, zwei Brüder die die Kajakentscheidung dominierten, drei Kranke die den vierten Platz errangen, und ein (unbestätigtes) unfreiwilliges Bad unseres Kaisers – die Jubiläumsausgabe des härtesten Teambewerbes unter der Sonne sorgte am Samstag in Lienz für Spannung.
115 Berläufer starteten am Samstag ins Rennen um den 20. Dolomitenmann | Foto: Stefan Mayr
Um Punkt 10.00 Uhr startete Werner Grissmann Samstag am Lienzer Hauptplatz den 20. Red Bull Dolomitenmann. Bei Sonnenschein und unter tosendem Applaus starteten 115 Bergläufer in die selektive erste Etappe des extremsten Teambewerbes unter der Sonne. Von Beginn an setzte sich Vorjahressieger Jiri Magal vom Team Skoda Auto an die Spitze. Mit über 30 Sekunden auf den ehemaligen Berglauf-Weltmeister Helmut Schiessl erreichte Magal nach 01:26:24,4 als erster das Kühbodentörl, wo es diesmal nicht zum Abschlag mit dem Paragleiter kam.
1700 Höhenmeter standen für die Bergläufer am Programm | Foto: Jörg Mitter/Red Bull PhotofilesJiri Magal erreichte als erster das Kühbodentörl | Foto: Jörg Mitter/Red Bull Photofiles
Zu diesem Zeitpunkt gingen die Organisatoren noch davon aus, dass die Paragleiter zumindest vom Landeplatz auf der Moosalm eine verkürzte Etappe fliegen konnten. Wenig später stand jedoch fest: die Paragleiter bleiben am Boden! Zu viel Wind machte die Durchführung unmöglich. Trotz der Enttäuschung waren viele Flieger auch erleichtert - der Flug wäre am Samstag zu gefährlich gewesen.
Titelverteidiger Harald Hudetz vom Red Bull-Team verletzte sich kurz vor dem Start | Foto: Martin Lugger/Red Bull PhotofilesKeine Paragleiter dafür Red Bull Pilot Hannes Arch sorgte im Luftraum ober Lienz für Action | Foto: Samo Vidic/Red Bull Photofiles
Nach dem Ausfall der Paragleiter bot sich dem Publikum am Leisacher Sportplatz ein seltsames Bild. Hunderte Zuschauer waren gegen Mittag noch am Übergabeplatz vertreten – nachdem klar war, dass es heuer keine spektakulären Paragleiterlandungen geben würde, verteilten sich die Fans entlang der Kajakstrecke und sorgten dort für tosende Stimmung.
Die Herrn Natmessnig, Brandstätter, Hesse und Hudetz noch ganz entspannt am StartInternationale Kämpfer: Rafael Heredia (Mexican Fighters) und Johnny Heatlie (South African Fighters)
Warten auf den Start...... den Blick zum Himmel konnten sich die Paddler sparen
Am publikumsleeren Sportplatz warteten die Paddler etwas irritiert auf ihren Einzelstart. Als rund 20 Minuten vor dem Start die ersten Listen in Leisach die Runde machten stieg die Nervosität aber schlagartig an, die Köpfe wurden zusammengesteckt um den ersten Blick auf die Platzierungen der Bergläufer erhaschen. Der Start wurde schließlich ab 12:45 nach der Gundersson-Methode durchgeführt – ab diesem Zeitpunkt hieß es für die Läufer "back to normal". Ein kurzer Sprint zur Drau, schwimmen, laufen und ... anstellen! Durch den ausgefallenen Paragleitbewerb waren die Zeitabstände zwischen den Teams ungewöhnlich kurz. So manches Überholmanöver auf der Laufstrecke stellte sich in der Warteschlange vor dem Alpinstart als unnötig heraus.
Die ersten Listen sind da......und sorgen für dicht gedrängte Helme
Herwig Natmessnig ging als zweiter ins Rennen - Das Team Skoda Auto war zu schnell für die Kamera...
Nach dem Flug aus 6 Metern Höhe ging es schlussendlich wirklich in Dolomitenmann-Manier weiter. Entlang der Drau lieferten sich die Paddler ein beinhartes Rennen. Die Platzkämpfe in den Aufwärtspassagen waren gnadenlos, denn durch die Massenabfertigung am Start wurde es auch in den Kehrwässern eng.
Lokalmatador Beni Kraler (La Ola Patagonia Shop Lienz)Der Pongauer Gernot Gruber im Kampf mit der Drau
Blockabfertigung beim AlpinstartKriterium Spritzdecke: Hält sie?
Natürlich gab es auch in diesem Jahr wieder einige sportliche Highlights. So berichten Augenzeugen von einem Bad unseres Kaisers Franz im Bereich der "Zwangsrolle". Erzählungen zufolge soll hier der Abstand zu den Ästen unterschätzt worden sein, wodurch ein Aussteigen zwingend notwendig wurde. Von offizieller Seite wurde dieses Gerücht jedoch noch nicht bestätigt.
Viel Verkehr bei den Aufwärtspassagen......Tomas Slovak schaffte mit dem Team Fackelmann Platz 3
Der diesjährige Dolomitenmann auf der Kajak-Etappe wurde der Tscheche Kamil Murzek (28:02,4). Er siegte vor Herwig Natmessnig (28:31,5) und Harald Hudetz (28:29,7) aus Klagenfurt. Die Amateurwertung ging an Murzeks Bruder David.
>>> Alle Ergebnisse
Die Gesamt-Entscheidung hätte am Samstag nicht spannender sein können. Nach der Kajak-Etappe lag das Tschechische Skoda Auto Team mit Kristian Hynek in Führung. Alban Lakata vom "Kolland Topsport Kleine Zeitung" schaffte auf der letzten Etappe des Extremsport-Bewerbs noch, den Tschechen auf dem extrem steilen Hochstein zu überholen. Damit sicherte der Osttiroler Lakata den ersten Sieg des Kolland Topsport Kleine Zeitung Teams.
Gebadet wurde an einigen Stellen - kurz vor dem Ziel......und gleich nach dem Start
Nur – oder besser noch – auf dem vierten Platz landeten die Titelverteidiger von Red Bull. Einzig Paragleiter Wendelin Ortner erschien am Samstagabend gesund und unversehrt zur Siegerehrung. Die restliche Mannschaft kämpfte als Versehrtenteam und sorgte beim Publikum für Staunen. Markus Kröll lief trotz Bänderanriss noch auf den 6. Rang im Berglauf. Harald Hudetz hatte sich beim Aufwärmen in Leisach verletzt und humpelte mit getapetem Knöchel und drittbester Kajak-Zeit seinem Mountainbiker Roland Stauder entgegen, der wiederum am Vortag noch mit 38 Grad Fieber um den Start bangte.
Helmut Schießl radelt für das Team Kolland Top Sport Kleine Zeitung zum Sieg | Foto: Schaad/Red Bull PhotofilesSieger: Christian Amon, Alban Lakata, Herwig Natmessnig und Helmut Schießl | Foto: Jörg Mitter/Red Bull Photofiles
Am Abend feierten tausende Zuseher und die Organisation bei der Championsnight die Athleten, die wieder einmal die Dolomiten bezwungen hatten. Mit einigen Ehrungen und kurzen Rückblicken in die 20-jährige Geschichte des Dolomitenmannes ging es schließlich zur Siegerehrung. Als Highlight wurde der Tag mit einem Open-Air von Hubert von Goisern gebührend abgeschlossen. Ein Ausklang der an einem gelungenen Wettkampftag noch einmal für Gänsehaut sorgte.
Text: Pressetext Red Bull & Judith Prechtl
Fotos (wenn nicht anders gekennzeichnet): Judith Prechtl
Weitere Infos: Red Bull Dolomitenmann









Keine Kommentare
Dieser Artikel hat bislang keine Kommentare erhalten.
Entschuldige, vielleicht sind alle Kommentare den Bach runtergegangen oder es hat einfach noch niemand einen Kommentar hinterlassen. :(
Aber du kannst der erste sein, der einen Kommentar hinterlässt !