Am 1. Juni 1976 trafen im Kaffeehaus von Aristodeli Tschiabiras in Balduma am Katarrapass zufällig bayerische Paddler aufeinander. Man unterhielt sich, lernte sich kennen, studierte Karten und beschloss gemeinsam den Aoos zu paddeln. Die Idee zu einer Erstbefahrung war geboren.
"Wir Paddler hatten alle nur noch 6-8 Tage Zeit, daher begannen wir noch am Abend das Notwendigste einzupacken. Kein Zelt, keine Schlafsäcke dafür Konserven für drei Tage, 3 Flaschen Rezina, Reservepaddel, Rettungsleinen, Wurfsack, Helm, Neopren, Schwimmweste, Trainingsanzüge mit Wechselhosen, Trikots. An Booten fuhren wir: Helmut ein laminiertes Prijonboot, Sigi eine Finsterwalder Banane und ich einen Brewi 401.
Nächsten Tag brachen wir früh am Morgen auf. Endlich, gegen Mittag kamen wir in Vouvusa an. Ein Dorf mit ca. 75 Einwohnern. Der Kaffehausbesitzer und der Bürgermeister stellen sich uns vor. Der Bürgermeister fragt auf Französisch was wir mit den Kajaks hier wollen. Den Aoos von hier bis Konitsa befahren war unsere Antwort. Der Bürgermeister riet uns energisch ab, es gäbe Kaskaden, Wasserfälle und einen unterirdischen Verlauf des Baches und außerdem gibt es in der Gegend auch noch Bären und Wölfe. Mittlerweile waren wir von neugierigen Dorfbewohnern und Kindern umringt. Es wurde palavert! Der Bürgermeister Chronis Druhias und drei Räte wollten uns nicht fahren lassen. Das Unternehmen 'Aoos' erschien ihnen zu gefährlich.
Wir ließen uns nicht beeinflussen, wir waren fest entschlossen den Aoos zu befahren, fuhren 500 m aus dem Dorf raus und luden unsere Boote im Wald ab. Oh weh, ich hatte meine Bootsschuhe vergessen und mit Sonntagsschuhen wollte ich nicht fahren. Rudi lieh mir seine Reserveschuhe. Oh weh, sie waren eine Nummer zu klein. So hab ich halt zugleich 'auf Bayerisch' eine Wahlfahrt Aoos gemacht. Die drei Tage waren zur Plagerei führ meine Zehen geworden. Die Erlösung kam immer zu den Pausen - mittags und abends. Rudi winkte und fragte ob alles in Ordnung ist. Ja, ich war bereits überzeugt dass wir zusammen passen.
Am ersten Tag hatten wir sonniges Wetter mit ein paar Wolken. Die ersten 2-3 km gingen durch ein enges Waldtal (WW I-II) danach wurde es noch enger. Die Felsformationen reichten 50-100 m hoch.
Nach weiteren Kilometern eine Engstelle mit Stufe und Baum in Fahrtrichtung. Raus, umtragen wo? Links oder rechts? Der Umtrager war sehr, sehr beschwerlich. Glatte Felswände in einer Klamm von 100 m Länge und ca. 10 m Höhe. Wir kamen aber gut voran. Wir sind voller Tatendrang, haben nach einigen Stunden den Fluss im Griff. Glaubten wir nachdem wir die ersten Stunden gemeistert hatten."
Text und Fotos: Sepp Schächner
www.paddlersepp.de









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