Jutta Kaiser gerade mit Freunden unterwegs in Chile ...
Seit ein paar Tagen sind wir jetzt am Rio Nuble, ca. 400 km südlich von Santiago. Bekannt ist der Nuble als Super-Playrun in seinem Mittellauf, doch mehr Informationen gibt es ansonsten nicht. Und dabei müsste der Fluss doch eigentlich noch mehr zu bieten haben! Von unserem letzten Trip wussten wir, dass es eine Strasse gibt, die auf keiner Karte zu finden ist, doch zunächst dem Rio Nuble und dann einem seiner Zuflüsse, dem Rio Sauces folgt. Grund genug hier mal ein paar Tage zum Erkunden und Paddeln zu bleiben.
Und es hat sich gelohnt! Der besagte Zufluss sah schon auf den ersten Blick viel versprechend aus. Der "gute" Teil der Dirt Road endet am Ausgang einer Schlucht an einer Hängebrücke: ab hier geht es nur noch zu Fuß weiter. Hier setzen wir am ersten Tag ein und paddeln bis zu unserem Camp. Offenes Bachbett wechselt mit einigen schönen Katarakten. Grosse Boulder und felsiges Ufer, dazu ca. 30 m3/sec; auch nach der Mündung in den Rio Nuble ändert sich die Charakteristik nicht, nur sind wir jetzt auf der doppelten Wassermenge unterwegs.
Doch was ist weiter oberhalb? Was ist in dieser Schlucht? Wir investieren einen Tag zum Erkunden, wandern über die Hängebrücke und an einigen kleinen Bergbauernhöfen vorbei. Was wir vom Fluss sehen können, ist Drop-and Pool-Charakter: mächtige Felsstürze, fiese Siphons, dazwischen wieder ruhiges Wasser. Doch das Ufer macht den Eindruck, das Umtragen immer möglich ist. Noch weiter oberhalb scheint das Tal wieder offener zu werden, ähnlich wie im unteren Teil nur etwas steiler. Das sieht doch gut aus! Hier paddeln wir morgen.
Die Strasse für den oberen Abschnitt führt zunächst mit losem Schotter steil den Berg hinauf. Allrad-Gelände sagen die Einheimischen. Manfred ist mittlerweile ganz gut eingefahren und nimmt die Strecke auch mit unserem Nicht-Allrad-PickUp unter die Räder. Ab und zu ist es spannend, doch wir kommen gut voran. Da hier oben absolut kein Verkehr mehr ist, außer vereinzelten Bauern zu Fuß oder auf ihren Pferden, müssen wir zu Fuß shutteln. Und das in der Hitze, die hier herrscht! Doch der Fluss ist es wert und wir genießen die 7 km, die wir heute paddeln. Wieder gibt es viele verblockte Stellen, die wir vom Boot aus so gerade eben noch überblicken können und wir treffen zudem auf Grundgesteins-Stellen, die wir zunächst mal anschauen. Das meiste ist gut fahrbar, doch zum Schluss in der abschließenden Schlucht, umtragen wir alles! Vielleicht ist einer der drei Katarakte bei etwas weniger Wasser fahrbar, doch zu zweit hier oben in dem Tal, wollen wir kein unnötiges Risiko eingehen. An der Hängebrücke angekommen freuen wir uns, diesen neuen Flussabschnitt befahren zu haben!










Super Fotos und toller Bericht. Macht echt Spaß ihn zu lesen. Großes Lob!!!