Steckbrief und Interview mit Jürgen Pulkrab, Editor kajak.at. [br][/br][br][/br]Ein Blick hinter die Kulissen dieser Site.
Steckbrief: Jürgen Pulkrab
Geburtsort / Jahr: Linz 1967
Wohnort: Hellmonsödt / Mühl/4
Im Kajak seit: 1983
Beruf: EDV-Berater
Lieblingspaddelreviere: Mühl/4, Salzkammergut
Jürgen auf der Brandenberger Ache
Du hast Kajak.at vor 7 Jahren als kleines Projekt gegründet, in der letzten Zeit wird sie immer öfter besucht. Dadurch entsteht ständig mehr Arbeit an der Seite. Wie läuft das bei dir und dem Team?
Die Aufgaben teilen sich vordergründig mal in Programmierung und in Versorgung mit Content, also News, Flussbeschreibungen etc. Die Programmierung stammt fast ausschließlich von mir, für den Content sorgt zum Grossteil mein feines Redaktionsteam.
Kanumesse Nürnberg 2005
Du hast einen intensiven Beruf und Familie mit 2 Kindern. Wann findest du Zeit für kajak.at?
Es ist nicht immer leicht, die Prioritäten richtig zu setzen, aber das wäre es ohne kajak.at auch nicht. Ich kann das sowieso nicht, dass ich mich um acht Uhr abends auf das Sofa vor die Glotze hänge und warte, dass der Abend vorübergeht.
auf der Koppentraun
Du bist auch Landeskajaklehrer und Raftguide. Hast du diese Ausbildungen auch beruflich genutzt?
Ja, klar, über sieben Jahre war ich in dieser Branche tätig. Nach fast fünf Saisonen als Raftguide hab ich eine „mental bedingte Gummiallergie“ ausgefasst und hab dann nur mehr Kajakkurse gehalten. Na ja, und dann war ich mal mit dem Studium fertig, und meine Brötchen verdien' ich seither in der Softwarebranche.
Retten wir die Koppentraun - Bad Aussee 2005
Was würdest du sagen, wie viel Stunden im Schnitt an der Webseite gebastelt wird?
Gute Frage, hab noch nie nachgerechnet. So zwischen 30 und 50 Stunden werden es schon sein im gesamten Redaktionsteam pro Woche, ab und zu auch mehr.
Rindbach - Salzkammergut
Wer versorgt euch mit den vielen Infos?
Es hat ein Weilchen gedauert, aber jetzt kann man schon sagen, dass sich da so ein kleines Netzwerk entwickelt hat über Österreich und Teile der Nachbarländer, das … naja, das einfach funktioniert. Fast täglich langen Mails in der Redaktion ein, deren Inhalt geeignet für den kajak.at Content sind.
"Kanonenrohr" - Riedlhammerkatarakt auf der Waldaist - Mühlviertel
Wie läuft der Kontakt zu Handel Kajakschulen und Herstellern?Wie finanziert sich die kajak.at lässt sich mit einem Internetauftritt etwas verdienen?
Wir haben früh erkannt, dass sich so ein Service nicht über eingehobene Beiträge von den Usern finanzieren lässt. Es hat keinen Sinn, 50 Cent für einen Pegelstand oder einen Euro für einen Download einer Flussbeschreibung zu kassieren. Wir finanzieren das Service durch Vermietung von Werbeflächen.
Schon alleine deswegen freuen wir uns über die gute Zusammenarbeit mit Händlern, Kajakschulen, Herstellern und anderen Partnern aus der Outdoor- und Tourismusbranche.
Es gibt einige ausgezeichnete Partner, die mich außergewöhnlich unterstützen, die sehen kajak.at nicht nur als Geschäftspartner, sondern tragen den Spirit der Site mit – mit solchen Leuten zusammen arbeiten zu können, ist immer fein.
Kummerbrückenstrecke auf der Enns
Was meinst du mit „Spirit“?
„services 4 paddlers“ – that’s it. Ist es nicht wunderbar, den stundenaktuellen Kopperl Pegel der Paddelwelt präsentieren zu können? Du bist Anfänger, suchst Anschluss – schreib’s ins Forum. Neues Boot? Verkauf das Gebrauchte im 2nd Hand Shop und such dir dein Neues im Booteindex oder gleich im Online Shop - und noch Vieles mehr. Services, services, services ... super, oder ?
Welchen Stellenwert haben Internetseiten in der Szene?
Das hängt in der Regel von der jeweiligen Internetsite ab. Im Grossen und Ganzen seh’ ich die kajak.at als Online-Zeitschrift, wir haben halt gegenüber den Printmedien zum Beispiel den Vorteil, stundengenaue Pegelstände oder topaktuelle Gefahrenstellen bieten zu können. Dafür kann man die kajak.at nicht am Klo lesen, ich glaub’ dann hätten wir noch mal so viele Trusted Paddler …
Hochwasser auf der Feldaist - Mühlviertel
Wohin wird sich kajak.at entwickeln?
Vision kajak.at 2016 – wir sollten mal ’nen redaktionsinternen Workshop dazu machen … gute Idee …
Rodeo WM 2003 in Graz – wie kam das zustande? Was hat das für den österr. Sport bedeutet?
Eines Mittwochs im Jahr 2001 hab ich vom Stangl Rudi einen Anruf gekriegt, er hätte von der Stadt Graz den Auftrag bekommen, die Rodeo WM 2003 nach Österreich zu holen. Am Freitag der gleichen Woche saßen wir in einem Fugzeug nach Barcelona und sind dann weiter zur gerade laufenden Rodeo WM nach Sort gefahren.
Das Gerücht einer österreichischen Bewerbung war schon vor uns in Sort angelangt und so wurde unsere Videopräsentation mit großem Interesse von den Team Captains verfolgt. Wir stellten uns einem anschließenden Hearing, besonders der Austragungsort inmitten einer Stadt und die Tatsache, dass es zu diesem Zeitpunkt noch gar keinen WM Spot gab, sorgten für rege Diskussionen.
Wir hatten die Europäer hinter uns, zogen Nation um Nation auf unsere Seite (ok, teilweise über den Wirtshaustisch), aber wir können es nicht so schlecht gemacht haben, die Abstimmung am Sonntag endete mit 15:1 Stimmen für den Austragungsort Graz.
Naja, wir haben zusammengepackt, sind nach Hause geflogen und ich muß sagen, ich hab’ ein Weilchen gebraucht, um zu realisieren, was da passiert ist.
Für den österreichischen Rodeosport war das ein Quantensprung, in quantitativer Hinsicht und in qualitativer. Quantitativ hat sich der Hype gelegt, das seh’ ich aber nicht so als österreichisches Thema. Dass sich bei internationalen Rodeoveranstaltungen die Österreicher mittlerweile nicht mehr nur im hinteren Drittel tummeln, dafür seh’ ich die WM mit allen vor- und nachgelagerten Aktionen schon mitverantwortlich.
Jürgen bei der Rodeo WM Neuseeland 1999
Und abschließend – was waren deine bisherigen Paddel Highlights?
Meine Paddelfernreisen nach Costa Rica, Nepal, Kanada und Neuseeland zählen da sicher dazu, in NZ hab ich für Österreich an der Rodeo WM teilgenommen, das war schon ein ganz besonderes Erlebnis. Aber ich muss nicht immer in die Ferne schweifen. Ich denk’ da an unsere Befahrung der Koppentraun bei 1m70 im Frühling 2000, als uns im Eissee dieser riesige Eissturz überraschte oder die „Wiedererstbefahrung“ der oberen Waldaist nach dem Hochwasser 2002, als wir wegen des waagrechten entgegenkommenden Schneesturmes Schibrillen gebraucht hätten.
Aber das sind nur so Momentaufnahmen, es waren dutzende Highlights in den letzten zwanzig Jahren dabei, am Wohlsten fühl’ ich mich immer, wenn eine integre Paddelgruppe beinand’ ist, wo ich jedem Einzelnen voll vertrauen kann und ich die Fahrt mit jedem Einzelnem voll geniessen kann, da spielt das Wasser oder die Schwierigkeit dann gar net eine so große Rolle.









Klasse Interview; mach' weiter so Pulli!!!!
Hoff wir sehen uns vielleicht in Graz morgen,
On a wave
LiWi
Respekt !!! Sehr gute Arbeit, die Du da leistest, lieber Jürgen.
Herzliche Grüße
Rainer Niederhagen