Die allerletzte Story der "Gringos locos" in Ecuador, oder warum die Forellen in Ecuador ausgestorben sind!
Die letzten Tage wechseln wir ins Quijos Gebiet, im kleinen Ort Baeza auf fast 2000m Höhe bekommen wir ein Quartier in der Casa del Rodrigo. Rodrigo ist einer der wenigen englisch sprechenden Ecuadorianer und wird uns die nächsten Tage mit seinem Camionetta zu den Bächen kutschieren.
Der erste Fluss an dem uns Rodrigo ablädt ist der schöne grüngraue Quijos, zwischen Baeza und Borja liegen 15km WWIV(III), viele mittelgroße Blöcke und längere Schwallstrecken mit ein paar Stolpersteinen erwarten uns. Unsere Mannschaft klassifiziert den Quijos als Mischung zwischen mittlerer und unterer Ötz, der auf halber Strecke mündende Cosanga verdoppelt die Wassermenge, wuchtige Schwälle mit großen runden Steinen prägen die Folgestrecke.
Pica Pedra WWIV, eine stärker verblockte Gefällestrecke in einer Rechtskurve kann eigentlich problemlos am l Ufer runtergeschlichen werden, aber das wäre ja zu einfach, also wird diese Stelle mittig und auch schwimmend und rollend genommen, für abendlichen Gesprächsstoff ist wieder gesorgt!
Cosanga heißt unser nächster Bach, der natürlich ebenfalls grüngraue Fluss empfängt uns mit stark verblocktem Gefälle. Nach 2x über die Felsen eskimotieren, bin ich richtig wach, der Fluss möchte mehr Aufmerksamkeit, nix mit einpaddeln! Unsere Tour führt durch eine herrliche abgeschiedene Dschungelschlucht, technisches WWIV mit Stufen, Blöcken, Bobbahnen und manchmal überraschenden Löchern, ein Spitzenfluss! 2 Stellen besichtigen wir, sonst ist alles gut vom Boot aus zu sehen, zumindest für unseren Lothar! Als uns Rodrigo mit einer Kiste wohltemperierten hopfenhaltigen Erfrischungsgetränken abholt ist uns klar, das ist nicht nur der beste Fluss sondern auch noch der beste Ausstieg!
Wir essen hier jeden Abend Truchas, so gute Forellen um 3$ gibt es nirgendwo sonst. Unser Südtiroler verdrückt immer doppelte Portionen, der Kurt bekommt schon Schuppen! Die ganze Nacht schüttet es, der grüngraue Quijos ist am nächsten Tag schwarz, eine Brücke ist eingestürzt. Überall zuviel Wasser, also fahren wir zum San Rafael Wasserfall, 500m3/s braunschwarze Quijos Suppe stürzt hier 150m runter, der größte Wasserfall Ecuadors bereitet uns ein beeindruckendes Schauspiel! Ein Kajakfahrer hat hier einmal den Ausstieg verpasst, es wundert uns nicht, dass er nie gefunden wurde...
Am nächsten Morgen ist der Wasserstand trotz Regen gesunken, zu fünft wagen wir uns auf den El Chaco Run des Quijos, 18km Wuchtwasser IV mit 200m3/s. Die schwarzbraune Brühe nötigt uns Respekt ab, über mächtige Kiesbankschwälle geht es Vollgas runter! Bei Panel of Experts, einer kataraktartigen Gefällestrecke möchte der Quijos unsere Schweizerin aus dem Boot holen, aber Elizabeth will nicht und rollt 3x wieder auf, das sei kein guter Badeplatz meint sie trocken, wow! Weitere heftige Schwälle mit starken Verschneidungen, Pilzen und Strudeln folgen, die Boote saugt es öfters ab, fährt der Fluss jetzt mit uns? Wellenzüge mit 2m hohen Wellen, einige Spielstellen und Surfwellen machen dann aber auch wieder Spaß. Bei Curvas Peligrosas (=gefährliche Kurven) ist es aber vorbei mit der Gaudi, ein gewaltiges S schiebt uns runter, das 10m große Loch sehen wir zu spät, wie die Libellen löffeln wir nach rechts und kommen knapp am Monsterloch vorbei, hier hätte es sonst Gringos revueltos (=Rühreier mit Weißen) gegeben! Nach 2 weiteren spannenden Stellen erreichen wir unser Ziel bei der Bombon Brücke.
Unser letzter Fluss ist wieder der Cosanga, diesmal nicht grün, sonder noch immer schwarz vom HW. Da wir die Forellen mittlerweile ausgerottet haben verlassen wir Baeza, ein steiler Kajakurlaub ist leider zu Ende. In Quito der schönsten Hauptstadt Südamerikas feiern wir mit den Einheimischen die Gründung ihrer Stadt, die ausgelassenen Menschen verstehen mit einfachsten Mitteln eine tagelange super Fiesta zu veranstalten! Wir wollen alle wieder einmal nach Ecuador kommen, in dieses eindrucksvolle vielseitige Land mit seinen unberührten Flüssen, schneebedeckten Vulkanen, bis 6000m hohen Bergen, riesigen Urwäldern, endlosen Pazifikstränden, Palmen, Papageien, Affen, Vögeln, Schmetterlingen,... Und auch die Indigenas möchten wir wieder treffen, die trotz Armut meist zufrieden, freundlich und fröhlich sind und uns Gringos locos kopfschüttelnd willkommen heißen. Wer jetzt Lust bekommen hat, unsere Guides unternehmen auch 2004 und 2005 wieder Kajaktouren in Ecuador, Infos gibt es unter www.bilder-botschaften.de oder info@bilder-botschaften.de.











Fein gemacht. Lust auf mehr. Kann man die ganze Story inkl. Bilder auch für die Nachwelt bekommen?
Gruß aus München Thorsten und Nicole
Ja werde ich euch schicken. Liebe Grüße aus dem Mühlviertel! Peter
hallo leute
kenne euch nicht, sitze aber gerade in equdor und bin zufaellig auf diese seite gestossen. weiss auch nicht wie die fluesse sind die ihr hier beschreibt, aber ich war in peru und habe den rio urubamba in der hoehe aguas calientes - macchu picchu gesehen. hab keine ahnung vom kajaken, habe mir aber vorgenommen das ich es lernen will und einmal diesen fluss in der regenzeit runter fahren will. war faszinierend. ist ein projekt fuer die naechsten jahre. vieleicht wisst ihr gute adressen wo es moeglich ist in vorarlberg kajak en zu lernen.
viel spass noch und ein schoene zeit in suedamerika
matze
Wenn Du wieder in Europa bist, dann fragst Du am besten im Forum, dort bekommst Du sicher rasch Antwort. Wenn du in Ecuador noch Zeit hast, in Tena bei Rios Ecuador kannst Du auch sicher kajaken lernen! LG Peter
Krasse Fotos, aber mega geil!!